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21. Januar 2010 | Reden

Pressegespräch zum Spatenstich am 21. Januar 2010 in Bitterfeld

Rede von Dr. Axel C. Heitmann Vorsitzender des Vorstands der LANXESS AG

Guten Tag, meine sehr geehrten Damen und Herren, auch von mir ein ganz herzliches Willkommen bei LANXESS. Wir freuen uns über Ihren Besuch und über Ihr Interesse an unserem Unternehmen. Das Glas Wasser hier scheint selbstverständlich zu sein, aber das ist es nicht – zumindest in weiten Teilen der Erde nicht. Sauberes Wasser ist für viele Menschen leider immer noch ein Luxus. Richtig ist: Mehr als eine Milliarde Menschen haben auch im Jahre 2010 noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser – weitere Lösungen und Hilfen sind also dringend notwendig, um hier Abhilfe zu schaffen.

Heute tun wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung, denn heute erleben wir den Spatenstich für ein neues, wegweisendes Werk von LANXESS. Hier entwickeln und produzieren wir zukünftig eine weitere, moderne Technologie zur Wasseraufbereitung, die so genannte Membrantechnologie. Das Investitionsvolumen dafür beträgt rund 30 Millionen Euro. Und besonders erfreulich ist: Es entstehen langfristig 200 neue Arbeitsplätze! Ich denke, dass sind gute Nachrichten für LANXESS, für Bitterfeld und auch für den Standort Deutschland! Denn LANXESS knüpft mit dem Bau dieser neuen Anlage an die langjährige Erfolgsgeschichte dieses Standorts an!

Bereits seit vielen Jahren stellt hier die IAB Ionenaustauscher GmbH – kurz IAB, eine hundertprozentige Tochter von LANXESS, so genannte Ionenaustauscherharze her. Das sind im Wesentlichen kleine Polymerperlen, die echte Multitalente sind. Insgesamt werden sie heute bereits in rund 500 verschiedenen Anwendungen eingesetzt! Der wichtigste und umfassendste Bereich, in dem diese Produkte zum Einsatz kommen, ist die Wasseraufbereitung und -reinigung. Das heißt zum einen: Sie helfen überall dort, wo es um sauberes Trinkwasser geht. Zum anderen aber sind die Ionenaustauscher auch in der industriellen Anwendung von Wasser unverzichtbar. Denn: In Kraftwerken, in der Lebensmittelindustrie, in der Halbleiter- oder Pharmaproduktion werden nicht nur große Mengen von Wasser benötigt, es wird vor allem sehr sauberes, manchmal sogar ultrareines Wasser benötigt. Ionenaustauscherharze können kleinste positiv oder negativ geladene elektrische Teilchen an sich binden oder sie durch andere Ionen austauschen. Auf diese Weise entfernen diese Hightech-Harze Schadstoffe wie zum Beispiel Arsen oder Nickel aus dem Wasser, sie entsalzen es, reinigen es von Schwebstoffen und anderen Verunreinigungen – bis hin zur Aufbereitung von radioaktiv verunreinigtem Wasser! Auch in Ihrem Haushalt, etwa in Wasserfiltern oder im Geschirrspüler sind diese kleinen Perlen im Einsatz. Die Anwendungsmöglichkeiten sind also vielfältig! Und sie kommen zu einem großen Teil von hier, aus Bitterfeld, aus der weltweit größten und modernsten Anlage für die „monodisperse Produktion“ von Ionenaustauscherharzen. „Monodispers“ bedeutet, dass sich mit dieser Technologie die einzelnen Polymerperlen allesamt in exakt derselben Größe herstellen lassen. Dadurch sind sie besonders leistungsstark und eignen sich so noch besser für anspruchsvollste Stofftrennungen, wie zum Beispiel in der Pharmaindustrie oder zur Produktion von Halbleitern und Mikrochips.

Allerdings können in Wasser weitere Verunreinigungen vorkommen, bei denen Ionenaustauscher nicht eingesetzt werden können. In solchen Fällen kann auf die Membrantechnologie zurückgegriffen werden. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer immer stärker genutzten Trennungstechnologie entwickelt.

Die chemische Zusammensetzung und der Aufbau der Membran erlauben es, Stoffe wie Nitrate, Pestizide, Herbizide, Viren, Bakterien und kleinste Partikel herauszufiltern, die von Ionenaustauschern nicht gehalten werden können. Das Wasser passiert dabei den Filter; Schwebstoffe und andere Substanzen werden durch den Filter zurückgehalten.

Membrane stellen also eine selektive Trennwand dar, durch die bestimmte Substanzen passieren können, während andere zurückgehalten werden.

Wie die neue Produktionsanlage nach der Fertigstellung aussieht, meine Damen und Herren, zeigt der folgende Film.

[3D-Animation zum neuen Werk]

Meine Damen und Herren, LANXESS hat in der Wasseraufbereitung über sieben Jahrzehnte Erfahrung. Wir tragen mit unseren Ionenaustauscherharzen, Adsorbern und Funktionspolymeren schon heute dazu bei, die globalen Wasserprobleme zu reduzieren. Und: Durch diese neue Investition in Bitterfeld können wir künftig eine zusätzliche, moderne Technologie für die Wasseraufbereitung anbieten. Bereits Ende des Jahres wollen wir die neue Anlage anfahren, und ein Jahr später werden voraussichtlich die ersten Produkte auf den Markt kommen. Damit können wir unser Produktportfolio im Bereich der Wasseraufbereitung erweitern und uns ein neues, profitables Geschäftsfeld erschließen.Das nutzt uns: Denn wir können so unsere führende Position in diesem stark wachsenden Marktsegment weiter ausbauen.Das nutzt aber auch dem Standort Bitterfeld: Denn es unterstreicht seinen Wandel hin zu einem der modernsten Chemiestandorte der Welt.Der Wandel der vergangenen beiden Jahrzehnte war immens. Und das Ergebnis ist es auch: Die neue Chemie von hier ist kleiner, feiner, vor allem sauberer – und sie trägt sogar zur Beseitigung von Umweltverschmutzungen bei. Mit dieser neuen Anlage setzen wir ein weiteres Zeichen für den Standort Bitterfeld und seine Zukunftsfähigkeit. Dieses Projekt geht im Übrigen Hand in Hand mit einem intensiven Forschungs- und Entwicklungsprogramm, in das auch Kooperationen mit Universitäten und Hochschulen in der Umgebung einbezogen werden sollen. Dass das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt darüber hinaus unser Vorhaben fördert, freut uns sehr – vor allem, weil wir vom Erfolg und vom Nutzen dieser Investition überzeugt sind!Die Entscheidung für Bitterfeld ist – so wie das heute in internationalen Unternehmen üblich ist – erst nach einem aufwändigen Standortwettbewerb gefallen. Bitterfeld hat sich durchgesetzt – unter anderem gegen internationale Mitbewerber wie Singapur oder Spanien! Das zeigt, dass die Region, dass Deutschland sich auch heute noch messen kann im harten, globalen Wettbewerb! Hohes Bildungsniveau, hoch qualifizierte Mitarbeiter, beste Infrastruktur, zentrale Lage in einem der wichtigsten Märkte der Welt, hohes Niveau bei Forschung und Entwicklung – das alles zeichnet den Standort Deutschland aus! Und hat auch diesmal den Ausschlag für Bitterfeld gegeben! Für LANXESS hat dieser Standort eine immens hohe Bedeutung. Dass er nun weiter gestärkt wird, ist – aus meiner Sicht – ein richtiges und wichtiges Signal. Es ist ein Signal für unser Land, die Region, die Stadt und vor allem: die Menschen, die hier leben und arbeiten. Ich bin fest überzeugt: Jeder Cent und jeder Euro, die in dieses Projekt fließen, sind gut angelegtes Geld! Das gilt auch für alle weiteren Investitionen von LANXESS in diesem Jahr: Denn allein an unseren deutschen Standorten werden wir im Jahr 2010 rund  150 Millionen Euro investieren. 


Meine Damen und Herren, 

Die Bedeutung der Wasseraufbereitung und des „Wassergeschäfts“ steigt. Dieser Bereich hat ein enormes Potenzial für die Zukunft. 


Allein das Volumen für den globalen Membranmarkt wird derzeit auf rund eine Milliarde Euro geschätzt – Tendenz steigend.

Der gesamte Markt für Wasseraufbereitung hat ein geschätztes Volumen von 315 bis 330 Milliarden Euro. Die Schweizer Privatbank Sarasin prognostiziert jährliche Wachstumsraten von zehn Prozent. 

Daran wollen wir teilhaben. Daher haben wir das größte Investitionsprogramm für das Wassergeschäft in der Geschichte von LANXESS gestartet und bauen unsere Aktivitäten auf diesem Gebiet  massiv aus – hier in Bitterfeld, aber auch weltweit.  


Derzeit errichten wir ein zusätzliches Werk für Ionenaustauscher im indischen Jhagadia, das noch in diesem Jahr in Betrieb genommen wird. Die neue Anlage wird die modernste ihrer Art in Asien sein. Sie wird unter anderem Produkte zur Herstellung von ultrareinem Wasser für die Halbleiter- und Pharmaindustrie, für die industrielle Wasseraufbereitung, für die Lebensmittelherstellung und für die Stromerzeugung liefern. 


Meine Damen, sie sehen: Mit Beginn dieses Jahres wird das Wassergeschäft für LANXESS eine neue, noch zentralere Rolle spielen.


Daher ist heute  ein besonderer Tag: Ein besonderer Tag für LANXESS, für unseren Standort Bitterfeld, für 

Sachsen-Anhalt und – nicht zuletzt auch für die Umwelt!  Vielen Dank!