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30. Mai 2010 | Reden

Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage, 30.05.10-01.06.10, München

Aus den Ausführungen von Marcelo Lacerda

Fußball bewegt in diesen Tagen die Welt, meine Damen und Herren. 


In diesem Stadion, dem neuen Soccer City Stadion in Johannesburg, findet am 11. Juli das Finale der Weltmeisterschaft statt und Deutschland und Brasilien dürfen bereits in den Vorrunden hier antreten. 


Das Stadion steht auch für die Leistungsfähigkeit der Chemieindustrie. Denn: Sie können es vielleicht an den vielen Farbflächen erkennen – hier steckt Chemie drin! Oder, um es frei nach dem Slogan eines bekannten Chipherstellers zu sagen: „Chemistry Inside.“


Guten Tag, meine sehr geehrten Damen und Herren,


auch von mir ein herzliches Willkommen zu den deutsch-brasilianischen Wirtschaftstagen hier in München!


Gostaria de dar as boas-vindas aos meus compatriotas brasileiros também. Em respeito ao fato de que o evento acontece na Alemanha, vou falar em alemão.


Sepp Herberger, der legendäre Trainer der deutschen Nationalmannschaft, hat einmal gesagt: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Und so sehr ich als Brasilianer den Auftritten meiner Mannschaft in Südafrika entgegenfiebere, weiß ich doch auch: Große Ereignisse werfen bereits ihre Schatten voraus. Die nächste Weltmeisterschaft findet schon in vier Jahren in Brasilien statt! 


Wenn 2014 das erste Spiel der WM in Brasilien angepfiffen wird, dann ist das allerdings nicht nur für alle Fußballfans ein Grund zur Freude. Nach einer aktuellen Studie des brasilianischen Sportministeriums wird die WM dem derzeitigen Aufschwung des Landes noch mal einen deutlichen Schub geben. Insgesamt – so das Ministerium – wird die WM das Bruttoinlandsprodukt um über 180 Milliarden Reais nach oben schrauben. Infrastruktur, Tourismus und Konsum – das sind die Bereiche, die am meisten profitieren werden. 


Aber nicht nur die WM allein ist ein wichtiger Faktor für die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Brasilien. 


Brasilien ist eines der aufstrebenden BRIC-Schwellenländer 

die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas

mittlerweile eine der zehn größten Industrienationen der Welt

das Bruttoinlandsprodukt lag in 2009 bei 1,6 Milliarden US-Dollar

Experten gehen davon aus, dass Brasilien bis 2020 eine der fünf grössten Volkswirtschaften der Welt sein wird. 


Vor allem auch mit Blick auf die Wirtschafts- und Finanzkrise war und ist die wirtschaftliche Performance Brasiliens bemerkenswert. 


Brasilien hat solide Fundamente

ein hochentwickeltes, krisenfestes Bankensystem

die Inflation ist unter Kontrolle

der Real ist stark.


Brasilien hat bewiesen, dass es sein in 2008 verliehenes Investment-Grade-Rating verdient. Für dieses Jahr rechnen die führenden Institute schon wieder mit einem Wirtschaftswachstum von fünf Prozent! Ich persönlich glaube sogar an bis zu sieben Prozent – allein in den ersten vier Monaten diesen Jahres betrug das Wachstum knapp zehn Prozent. Möglich wird dies auch durch den starken Binnenmarkt mit einer wachsenden Mittelschicht von jungen, kaufkräftigen Menschen. Durch die wirtschaftliche Stabilität haben sie nicht nur mehr eigenes Geld, sondern auf leichteren Zugang zu Finanzierungen. 


Hinzu kommt: 


Brasilien ist reich an Rohstoffen. Seit der Entdeckung des Tupi-Ölfeldes durch den brasilianischen Mineralölkonzern Petrobras im Jahr 2007 ist die Bedeutung als Rohstofflieferant sogar noch einmal gestiegen. Allein dort werden Öl- und Gasreserven in Höhe von acht Milliarden Barrel vermutet.


Brasilien ist führend in der Nutzung natürlicher Ressourcen, wie zum Beispiel Wasserkraft. Das Land hat schon heute eine der nachhaltigsten Energiebilanzen der Welt. Die Fahrzeugflotte Brasiliens fährt zu grossen Teilen mit Biodiesel oder Bioethanol!


Klar ist: Die derzeitige Stärke des Wirtschaftsstandorts ist Grund genug für internationale Investoren aller Industrien ein besonderes Auge auf Brasilien zu werfen. 


Das gilt insbesondere auch für die Chemieindustrie. Sie ist in erster Reihe vorne dabei und profitiert vor allem von der momentan starken Nachfrage nach Konsumgütern und dem Boom der Bau-, Reifen- und Automobilindustrie. 


Insgesamt setzt die brasilianische Chemiebranche im Jahr rund 122 Milliarden US-Dollar um und ist damit der neuntgrößte Chemiemarkt der Welt! Auch hier sind die Wachstumsaussichten mit drei Prozent in diesem und sechs Prozent im kommenden Jahr gut.


Wir bei LANXESS kennen das enorme Potenzial dieses Marktes und sind hier bereits seit vielen Jahren aktiv. 


Erst im Jahr 2008 haben wir die brasilianische Petroflex, den bedeutendsten lateinamerikanischen Synthese-Kautschuk-Hersteller übernommen. LANXESS ist durch diese Transaktion zu einem der größten internationalen Chemieunternehmen in Brasilien avanciert. Die Zahl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sämtlichen Standorten von LANXESS in Brasilien ist damit auf rund 850 gewachsen. 


Seit 2005 erzielte Petroflex in Brasilien jährlich ein zweistelliges Umsatzwachstum. Mit der Akquisition durch LANXESS hat sich der Umsatz bereits vervierfacht! Damit generieren wir schon heute rund sieben Prozent des weltweiten Konzernumsatzes in Brasilien! Für die kommenden Jahre erwarten wir weiteres Wachstum gerade bei den Hochleistungskautschuken.


Aus wichtigen Kundenbranchen kommen zusätzliche Impulse. So wird beispielweise der Automobilmarkt Prognosen zufolge in diesem Jahr um fünf Prozent wachsen, der Bausektor sogar um sieben Prozent. 


Wir investieren in dieses Wachstum – auch und gerade in Brasilien. 


Und wenn in wenigen Tagen das erste Spiel der WM in Südafrika angepfiffen wird, ist LANXESS ebenfalls mit im Spiel. Denn Fußball ohne Chemie – das ist ja fast undenkbar! 


Dies reicht vom Bodenbelag aus Synthetikkautschuk, der im Brandfall wenig Rauch erzeugt, bis hin zum Dichtungsmaterial für Stadiondächer aus Spezialkautschuk, das selbst bei intensiver Sonneneinstrahlung witterungs- und ozonbeständig bleibt. Auch der Fußball selbst und Teile der Fußballschuhe sind ohne Chemie heute kaum mehr vorstellbar: Butyl-Kautschuk macht den Fußball dicht, damit ihm nicht die Luft ausgeht. Und ein spezieller Kautschuk in der Mittelsohle der Schuhe schont durch seine dämpfende Wirkung die Gelenke der Spieler.


Auf diese Weise, meine Damen und Herren, symbolisieren Fußball und Chemie was die Situation für die Chemie-Industrie in Brasilien insgesamt ausmacht: eine echte Win-Win-Konstellation!


Demnach ist Brasilien nicht einfach nur einer von vier BRIC-Staaten. Innerhalb der BRIC-Staaten ist Brasilien für die Chemieindustrie einer der Premium-Standorte mit erheblichem Innovationspotential! 


Schon heute begeistern Premiumprodukte aus Brasilien Kunden in der ganzen Welt: ganz egal ob Hochleistungskautschuke, Lederchemikalien oder eben die Eisenoxidpigmente, die auch „Soccer City“ in Südafrika verschönern! So werden bei der Weltmeisterschaft in Brasilien im Jahr 2014 vielleicht auch einige Stadien dank genau dieser Pigmente in schönsten Farben erstrahlen. 


Aber: Nicht nur die Produkte machen den Premium-Standort aus. Premium – das bedeutet heute auch: Innovation und Nachhaltigkeit!


Wir bei LANXESS sind uns unserer ökologischen und ökonomischen Verantwortung bewusst. Seit einer innovativen Verfahrensoptimierung an unserem brasilianischen Produktionsstandort in Porto Feliz verbrauchen wir nur noch rund halb soviel Wasser wie 2004 und produzieren 40 Prozent weniger Abfälle. Die notwendige Energie erzeugen wir mit unserem eigenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerk. Als Brennmaterial dienen dabei Zuckerrohr-Abfälle! Die Energieeffizienz dieser Anlage ist verblüffend - 90 Prozent gegenüber den gerade einmal 50 Prozent herkömmlicher Anlagen! Dies auch ökonomisch sinnvoll und steigert unsere Wettbewerbsfähigkeit.

 

Wie Sie sehen, meine Damen und Herren: Der Wirtschaftsstandort Brasilien hat viele Gesichter! Es sind die freundlichen Gesichter vielfältiger natürlicher Ressourcen, innovativer Premiumprodukte und nachhaltiger Produktionsprozesse. So freundlich, wie Sie das von den brasilianischen Fans in den Fußballstadien kennen.


Und es geht noch weiter! Wir können noch mehr!


Als Brasilianer verfolge ich mit mit grosser Euphorie, wie sich internationale und vor allem deutsche Unternehmen stärker in Brasilien engagieren. Aber: Sie müssen es richtig machen. Es reicht nicht, bewährte Erfolgsmodelle deutscher Unternehmen eins zu eins auf Brasilien zu übertragen. Die brasilianische Wirtschaft funktioniert nach anderen Regeln, ist dynamischer, flexibler, kurzfristiger und stärker durch persönliche Beziehungen geprägt als zum Beispiel die deutsche. Deutsche Unternehmen müssen einen Weg finden, die Kreativität und Flexibilität der brasilianischen Arbeitskräfte zu nutzen, anstatt sie durch deutsche Planungsmuster zu beschränken.


Und: ein Investment in Brasilien erfordert ein langfristiges Commitment – wie auch im Fussball muss man erst etwas trainieren, bevor man richtig mitspielen kann. 


Und auch deshalb hoffe ich, dass gerade von der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und Olympia 2016 noch weitere Impulse auf dieses kräftige, wachstumsstarke und innovative Land ausgehen. Und ich hoffe auch, dass wir gemeinsam diese Impulse in Geschäfte umwandeln können – mit Vorteilen für beide Seiten.


Ich freue mich, dass es bei einer Veranstaltung wie dieser Gelegenheit zum Austausch auch über positive Erfahrungen gibt. Ich bin überzeugt: Wenn der Austausch – ob wirtschaftlich oder menschlich –  zwischen Brasilien und Deutschland lebendig ist, wird es am Ende noch mehr strahlende Gesichter geben. In beiden Ländern!


Vielen Dank!


Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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