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28. Mai 2010 | Reden

Hauptversammlung 2010

Aus den Ausführungen von Dr. Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG

Panta rhei – alles fließt! Schon im klassischen Altertum waren die Menschen von der Einsicht fasziniert, dass es immer wieder neues Wasser ist, das am Ufer entlang strömt. Veränderung ist das Wesen aller Dinge – und das gilt für den Rhein, der nicht weit von hier fließt ebenso wie für Unternehmen. Es gibt ruhigere und weniger ruhige Stromabschnitte, höhere und tiefere Wasserstände.

Im vergangenen Jahr ist der Wasserstand deutlich gesunken – viel stärker sogar als das zunächst befürchtet wurde. Aber: LANXESS ist dabei NICHT leckgeschlagen, wir sind NICHT auf Grund gelaufen und NICHT trocken gefallen.

Im Gegenteil: Wir haben uns gut gehalten, wir sind auf Kurs geblieben!

Und: Wir steuern bereits neue, attraktive Ziele an!

Guten Tag, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
sehr geehrte Mitglieder des Aufsichtsrates,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
sehr geehrte Vertreter der Medien,
herzlich willkommen zur Hauptversammlung 2010 der LANXESS AG, herzlich willkommen in Köln in der LANXESS arena
und
herzlich willkommen übrigens auch zum LANXESS Jahr des Wassers!

Einige von Ihnen wussten es vielleicht schon, und der Film, den Sie eben gesehen haben, hat Sie ja auch darüber informiert:

Das Jahr 2010 steht für uns im Zeichen dieses Elements. Wir haben das globale „LANXESS Jahr des Wassers“ ausgerufen – und zwar, weil Wasser nicht nur ökologisch von allergrößter Bedeutung ist, sondern weil es für unser Unternehmen auch ein weiterer Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg ist.

Vor vier Monaten erst haben wir in Bitterfeld mit dem Bau eines neuen Chemiewerks begonnen:

Voraussichtlich ab Ende 2010 entwickeln und produzieren wir dort Produkte für die so genannte Membran-Filtrationstechnologie zur Wasseraufbereitung. Sie sind bei der Bereitstellung von Trinkwasser ebenso wichtig wie bei der High-Tech-Fertigung beispielsweise in der Halbleiter- oder Pharmaindustrie.

Es handelt sich um eine der modernsten Anlagen weltweit - 

und damit auch um ein klares Zeichen nicht nur für die Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland, sondern für unser globales Engagement bei der Wasseraufbereitung.

Und besonders erfreulich ist: Insgesamt werden in Bitterfeld etwa 30 Millionen Euro investiert und langfristig rund 200 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Ich finde: Das sind gute Nachrichten in diesen wirtschaftlich immer noch schwierigen Zeiten!

Gute Nachrichten kann ich Ihnen heute auch aus dem ersten Quartal des laufenden Jahres mitteilen:

  • Unser Umsatz ist im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um über 50 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gestiegen.
    Treibende Kraft war dabei vor allem die Nachfrage nach unseren Kautschuk-Produkten in Asien und Lateinamerika.
  • Das EBITDA vor Sondereinflüssen hat sich mit 233 Millionen Euro mehr als verdreifacht.
  • Unsere EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg signifikant auf 14,4 Prozent, verglichen mit 6,3 Prozent vor einem Jahr.
  • Und der Konzerngewinn wuchs ebenfalls deutlich auf 104 Millionen Euro nach einem Verlust von 14 Millionen Euro im Vorjahr.
  • Die Nettoverschuldung ist zwar aufgrund des höheren Umlaufvermögens auf 851 Millionen Euro nach 794 Millionen Euro am Jahresende 2009 gestiegen. Jedoch ist dieser Effekt vor allem auf unsere enorm ausgeweitete Geschäftstätigkeit zurückzuführen.


Trotz dieser höheren Nettoverschuldung sehen wir uns heute sehr gut gewappnet für die Herausforderungen des aktuellen Geschäftsjahres. Auch die Rating-Agenturen beurteilen das offensichtlich ähnlich und hielten unsere Einstufungen während der Krise stabil.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, diese positive Bilanz wäre undenkbar ohne die zahlreichen Stabilisierungsmaßnahmen, die wir im Rahmen eines umfassenden Krisenmanagements sofort im Januar 2009 umgesetzt haben.

Nach der Abspaltung vor fünfeinhalb Jahren mussten wir zunächst unsere eigene interne Krise bewältigen. Zur Erinnerung: Damals waren zwei Drittel unserer Geschäfte unprofitabel.

Und deshalb wissen wir, worauf es in solchen Situationen vor allem ankommt. Nämlich: auf Zusammenhalt, auf Kooperation und Solidarität. In diesen Tugenden sind wir gut. Und das hat uns geholfen.

Bevor ich Ihnen die Zahlen des Jahres 2009 präsentiere, lassen Sie mich deshalb eines vorausschicken: den Dank an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wie schon in den Zeiten nach unserer Gründung war es wieder vor allem die Haltung der Mitarbeiter und die ihrer Repräsentanten am Verhandlungstisch, die das Unternehmen vor schwerem Schaden bewahrt haben.

Die Haltung: Wenn es um das Ganze geht, muss jeder einzelne seinen Beitrag leisten. Und ich weiß: Eine solche Haltung ist keine Selbstverständlichkeit!

Sie ist vielmehr das Zeichen einer ganz außergewöhnlichen Unternehmenskultur.

Und dafür sage ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – persönlich sowie im Namen meiner Vorstandskollegen und auch des Aufsichtsrates: Ganz herzlichen Dank!

Das gilt ganz besonders im Zusammenhang mit unseren Challenge-Programmen. Dabei beteiligen sich – wie Sie wissen – alle Mitarbeitergruppen bis zum Vorstand – weltweit solidarisch an den notwendigen Kostensenkungen. Und zwar durch Entgeltverzicht beziehungsweise durch Verschiebung von Gehaltsanpassungen oder den Verzicht auf signifikante Bestandteile ihrer variablen Vergütung.

Aber -

es war nicht nur dieses Programm, das uns geholfen hat, die Krise in den Griff zu bekommen. Hinzu kam unser flexibles Anlagen- und Kostenmanagement.

Wir haben unsere weltweiten Kapazitäten flexibel gesteuert.

Das Ergebnis war – und ist: Vermeidung von Überproduktionen, und damit Vermeidung von Kosten bei Rohstoffen, Energieeinsatz, Infrastruktur und Logistik. Vor allem aber: Vermeidung unnötiger Lagerbestände, die in der Folge zu niedrigeren Preisen geführt hätten.

Insgesamt haben wir durch dieses flexible Anlagen- und Kostenmanagement und durch die erwähnten personellen Maßnahmen im Berichtsjahr 170 Millionen Euro eingespart – und damit bereits fast die Hälfte der Einsparziele von insgesamt 360 Millionen Euro erreicht, die wir uns bis 2012 vorgenommen haben!

Meine sehr geehrten Damen und Herren, auch unsere primären Unternehmenskennzahlen spiegeln wider, dass unser Kurs der Stabilität richtig und unser Krisenmanagement erfolgreich waren:

Denn: Im Geschäftsjahr 2009 erzielten wir ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 465 Millionen Euro. Das ist zwar dramatisch weniger als 2008. Aber ich finde doch: Es ist ein äußerst bemerkenswertes Ergebnis. Schließlich ging im Krisenjahr 2009 der Umsatz um 23 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zurück.

Verantwortlich dafür war ein massiver Nachfragerückgang bei allen industriellen Erzeugnissen und in allen Regionen der Welt. Und diese Kombination - weltweit, branchenübergreifend und abrupt - hat es bisher noch nicht gegeben. Das hat dazu geführt, dass unsere Anlagen 2009 nur zu etwa 70 Prozent ausgelastet waren.

Und dennoch ist es uns gelungen, eine EBITDA-Marge von 9,2 Prozent zu erzielen. Das sind lediglich 1,8 Prozentpunkte weniger als 2008. Auch das ist ein Beweis für unsere beachtliche Produktivität.

Sie führte selbst im Krisenjahr 2009 zu einem Konzerngewinn von 40 Millionen Euro.

Meine Damen und Herren, wie Sie wissen verfolgen wir eine kontinuierliche Dividendenpolitik. Deshalb schlagen Vorstand und Aufsichtsrat trotz des sehr herausfordernden Geschäftsjahres 2009 eine unveränderte Dividendenzahlung von 50 Cent je Aktie vor.

Denn: Was ich eben über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesagt habe, das gilt auch für Sie:

Auch Sie, die Aktionärinnen und Aktionäre, haben Ihrem Unternehmen während der Krise die Treue gehalten. Sie haben uns damit gezeigt, dass Sie unserem Management und unserer Leistungsfähigkeit vertrauen – auch und gerade unter schwierigen Bedingungen.

Auch das ist keine Selbstverständlichkeit, und ich verspreche Ihnen: Jeder, der bei LANXESS Verantwortung trägt, weiß dieses Vertrauen zu schätzen.

Herzlichen Dank dafür!

Der Lohn war nicht zuletzt eine erfreuliche Aktienkursentwicklung im Vergleich zu den wichtigsten Indizes: Im vergangenen Jahr legte unser Kurs um 92 Prozent zu. Zum Vergleich: Der Referenz-Index in der Chemie, "Dow Jones Chemicals 600", stieg im selben Zeitraum nur um 44 Prozent.

Meine Damen und Herren, natürlich waren für den relativen Erfolg der zurückliegenden zwölf Monate auch strategische Faktoren mit verantwortlich: ganz besonders unsere Fokussierung auf die wachstumsstarken BRIC-Länder, also Brasilien, Russland, Indien und China. Vor allem die Geschäfte in der Region Asien/Pazifik haben uns in der Krise Rückenwind gegeben:

Das Umsatzminus war dort mit 1,3 Prozent vergleichsweise gering. Nach einem scharfen Rückgang zu Beginn des Jahres erholten sich die Umsätze im weiteren Verlauf schnell. Heute liegen sie in weiten Teilen bereits deutlich über dem Vorkrisenniveau. Insbesondere China, Korea und Indien sendeten positive Signale mit teilweise zweistelligen Zuwachsraten.

Und das war für den ganzen Konzern von großer Bedeutung. Denn der Anteil der Region Asien/Pazifik am Konzernumsatz lag mit knapp 23 Prozent nunmehr bei fast einem Viertel.

Im Vergleich zu 2008 ist das rekordverdächtig: eine Steigerung um fünf Prozentpunkte!

Damit nimmt diese Region in ihrer Bedeutung für den Konzern zu und schließt zur volumenstärksten Region EMEA (ohne Deutschland) auf: Die Region Asien/Pazifik rangiert nunmehr an zweiter Stelle vor Deutschland und Nordamerika. Und das ist gut so, denn auch künftig erwarten wir die stärksten Wachstumsimpulse aus dieser Region.

Hier bewährt sich unsere Strategie, konsequent zusätzliche Wachstumschancen in Asien zu nutzen.

Ganz besonders setzen wir dabei auf das Segment Performance Polymers. Dessen Umsatz stieg in dieser Region im Jahresverlauf 2009 operativ um zwei Prozent.

Das beweist einmal mehr: Auch 100 Jahre nach der Erfindung des ersten synthetischen Kautschuks sind hochwertige Synthesekautschuke wichtiger denn je – ganz besonders eben in Asien.Deshalb auch bildet Asien einen Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit in diesen Tagen. Dort, ebenso wie in anderen Wachstumsregionen der Welt, stellen wir die Weichen für zusätzliches Wachstum und geben richtig Gas:

  • An unserem neuen indischen Standort Jhagadia haben wir Anfang März die Produktion von Kautschuk-Additiven gestartet. Im vierten Quartal dieses Jahres läuft dort außerdem die Produktion von Ionenaustauschern für die Wasseraufbereitung an.
  • Anfang Mai schlossen wir in China ein neues Joint Venture zur Produktion von Nitril-Kautschuk ab.
  • Unsere Kapazität für Hightech-Kunststoffe im chinesischen Wuxi wird bis Mitte nächsten Jahres um fast 50 Prozent ausgebaut.
  • In Russland hat unser Tochterunternehmen RheinChemie den Grundstein für ein neues Werk gelegt.


Damit ist LANXESS in allen BRIC-Staaten mit eigener Produktion vertreten und konsequent Richtung Wachstum aufgestellt.

  • Gleichzeitig werden wir unsere Kapazitäten für den Hochleistungs-Kautschuk NDBR an den Standorten Dormagen, Orange und Cabo mit einer Investition von 20 Millionen Euro ausbauen.


Und, meine Damen und Herren, vor wenigen Tagen fand außerdem in Singapur die Grundsteinlegung für unser neues Butylkautschuk-Werk statt – mit einem Rekord-Investitionsvolumen von rund 400 Millionen Euro. So entsteht dort die modernste Anlage der Welt - in Rekordzeit.

Doch, meine Damen und Herren, nicht nur in Singapur, auch in Deutschland investieren wir weiter: zum einen – wie schon erwähnt – in Bitterfeld,

  • zum anderen in Krefeld-Uerdingen, wo wir für 18 Millionen Euro eine neue Anlage zur Formalin-Produktion bauen.
  • Am Stammsitz Leverkusen flossen 35 Millionen in die Erweiterung unserer Kapazitäten für Aromaten, so dass LANXESS jetzt über zirka 60 Prozent höhere Kapazitäten bei diesen weltweit wichtigen Synthese-Bausteinen verfügt.
  • Zur Stärkung des Agro-Geschäfts von Saltigo haben wir zudem eine wichtige Kooperation vereinbart: Die schweizerische Syngenta, langjähriger Kunde von Saltigo und einer der führenden Hersteller von Pflanzenschutzmitteln weltweit, investiert 50 Millionen Euro in den Bau von neuen Produktionsanlagen bei unserer Tochter Saltigo in Leverkusen.


Insgesamt werden in diesem Jahr rund 150 Millionen Euro in den Neubau oder die Erweiterung von Anlagen an den deutschen Standorten fließen. Das ist rund ein Drittel der Summe, die wir weltweit investieren.

Und diesen Schwerpunkt setzen wir ganz bewusst, meine Damen und Herren. Denn: LANXESS gehört zu Deutschland! Hier liegen unsere Wurzeln!

In Wuppertal-Elberfeld hat der geniale Chemiker Professor Fritz Hofmann vor über 100 Jahren eine bedeutende Erfindung gemacht: Er entdeckte den Weg zum ersten synthetischen Kautschuk! Und damit hat er den Grundstein für eines unserer wichtigsten Produkte gelegt!

Über viele Jahrzehnte hinweg haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Leverkusen und Dormagen ständig neue hochwertige Synthesekautschuke entwickelt. Und diese Hochleistungskautschuke sind bis heute erfolgreich und gehen von Deutschland in die Welt.

Wir glauben deshalb an die Innovationskraft Deutschlands. Auch in Zukunft: Ob Hochleistungssynthesekautschuke oder High-Tech-Anlagen zur Wasseraufbereitung wie jene in Bitterfeld:

Innovationen aus Deutschland sind für die globale Wettbewerbsfähigkeit von LANXESS von zentraler Bedeutung!

Das war so, das ist so und das wird auch so bleiben! Meine Damen und Herren, diese Entwicklungen und die Ergebnisse im Geschäftsjahr 2009 beweisen, dass wir LANXESS in den zurückliegenden Jahren richtig aufgestellt haben: im Herzen der Chemie!

Sie zeigen, dass wir mit unserer Stabilitätsstrategie der vergangenen Jahre genau den richtigen Kurs gesteuert haben.

Und dass wir sehr gute Gründe haben, heute optimistisch in die Zukunft zu schauen.

Zugleich wissen wir als Krisenmanager, dass es gerade jetzt besonders wichtig ist, die positiven Signale des ersten Quartals 2010 zu verstärken. Deshalb hält LANXESS auch weiterhin an unseren  Challenge-Programmen fest.

Aber: Sparsamkeit allein ist keine ausreichende Basis für nachhaltigen Erfolg. Wer den Erfolg will, muss heute schon die Weichen für morgen richtig stellen, er muss auf die richtigen Trends setzen.

Und genau das tun wir bei LANXESS:

Unsere gesamte Strategie für die nächsten Jahre ist auf drei große Megatrends fokussiert.

Und diese Trends heißen:

  • Mobilität
  • Urbanisierung und
  • Wasseraufbereitung

Wir sind überzeugt:

Dies sind die wichtigsten Treiber des globalen Wachstums auf mittlere und lange Sicht. Und wir haben für jeden dieser Megatrends die richtigen Produkte und die richtigen Ideen im Portfolio.

Beispielsweise wird es auf dem Gebiet der Mobilität durch Gesetzesinitiativen wie das neue „Tire Labelling“ erstmals EU-weit eine Reifen-Kennzeichnungspflicht geben. Und dabei kommt es dann neben exzellentem Bremsverhalten eben auch auf ökologische Kriterien an wie: Kraftstoff-Effizienz oder Geräusch-Emissionen. Und für die Herstellung dieser modernen Reifen werden neue Hochleistungskautschuke benötigt, wie sie LANXESS schon heute herstellt oder für die Zukunft entwickelt.

Aber auch mit Vorprodukten für die Bauindustrie oder den modernen Wasseraufbereitungstechnologien bieten wir Lösungen für die wichtigsten Herausforderungen der Zukunft, denn Tatsache ist:

  • Die Weltbevölkerung wächst.
  • Immer mehr Menschen wollen oder müssen mobil sein.
  • Immer mehr Menschen brauchen eine funktionierende Infrastruktur und funktionierende Städte.
  • Und immer mehr Menschen brauchen sauberes Trinkwasser.


Diese Bedürfnisse zu befriedigen, stellt uns vor große Herausforderungen. Denn das alles bedeutet ja zunächst einmal noch mehr Umweltbelastung.

Allerdings: Das muss nicht zwangsläufig so bleiben. Denn es gibt ja Technologien und Produkte, die uns beides erlauben:

Wachstum UND Nachhaltigkeit.

Diesen Technologien und Produkten gehört die Zukunft. Auch - und gerade - in der Chemie. Sie gilt es deshalb zu fördern. Wir bei LANXESS nennen das: Green Chemistry, „Grüne Chemie“.

Sie ist bei den modernen Produktionsanlagen von LANXESS schon heute Wirklichkeit.

Sie schont Ressourcen - und zwar in doppelter Hinsicht: bei der Produktion UND bei den Produkten. Unsere Kunden - und deren Kunden -  können mit Hilfe der Chemie Ressourcen sparen und die Umwelt schonen.

So ist beispielsweise das Thema Leichtbau vor allem in der Automobilindustrie ein „Dauerbrenner“ und hat durch den aktuellen Trend zum Elektroauto noch mehr Schub erhalten.

Ein prominentes Beispiel ist die von uns entwickelte Kunststoff-Metall-Verbundtechnologie, die auch als Hybridtechnik bezeichnet wird. Ihr Leistungspotenzial ist längst noch nicht ausgereizt. Vielmehr steht ihr eine Evolution bevor. Denn statt Stahl- und Aluminiumblechen können nun auch viel leichtere, so genannte Organobleche aus Hochleistungs-Kunststoffen verwendet werden. Diese Technologie macht Autos noch leichter und stabiler.

Im neuen Audi A8 zum Beispiel wird das erste Serien-Hybrid-Frontend aus unseren Werkstoffen schon heute eingebaut.

Aber nicht nur bei den Produkten, auch in der Erzeugung von Rohstoffen geht unser Konzern immer häufiger neue Wege. In den USA zum Beispiel haben wir uns gerade an dem Biokraftstoff-Unternehmen Gevo beteiligt. Dabei wollen wir gemeinsam mit den Experten von Gevo alternative Fertigungsmethoden für die Herstellung von Isobuten erproben - dem wichtigsten Rohstoff für die Produktion von Butylkautschuk. Er wird herkömmlicherweise aus Petroleum-Derivaten gewonnen.

Gevo hat einen Prozess entwickelt, mit dem der Isobuten-Vorläufer Isobutanol umweltfreundlich beispielsweise aus Mais auf biologischem Wege durch Fermentation gewonnen werden kann. Im zweiten Schritt wird dehydratisiert, und man erhält das gewünschte Isobuten.

Sofern es gelingt, diese kombinierte Bio- und Chemie-Synthese wirtschaftlich im industriellen Maßstab zu realisieren, können wir vom Rohstoff Öl unabhängiger werden.

Meine Damen und Herren, um das Feld der „Grünen Chemie“ bestmöglich bestellen zu können, sind wir jedoch auch darauf angewiesen, dass die Politik die erforderlichen Rahmenbedingungen dafür schafft.

Und das bedeutet:

Wir brauchen ein innovationsfreundliches Klima!

Nur wenn wir etwa den entsprechenden gesetzlichen Spielraum vorfinden, können wir auch unsere grünen Innovationen auf den Weg bringen!

Gleichzeitig fühlen wir uns natürlich auch selbst verpflichtet, unsere Innovationsvorhaben offen und transparent zu kommunizieren, damit die Politik entsprechend darauf reagieren kann.

Denn: Nur wenn Politik und Wirtschaft hier Hand in Hand gehen, können wir gemeinsam den Ruf Deutschlands als „Land der Innovationen“ auch in Zukunft aufrechterhalten!

Meine Damen und Herren, natürlich sind neben Nachhaltigkeit und Bildung auch andere Faktoren ausschlaggebend für den Erfolg unseres Unternehmens. Ganz besonders diese drei:

Erstens: Premium-Produkte und -Dienstleistungen.

Das heißt: Wir setzen weiterhin auf ein starkes Produkt-Portfolio, auf Premium-Dienstleistungen und Premium-Qualität, denn nur so können wir auch in Krisenzeiten weitgehend an unserer Strategie „Preis vor Menge“ festhalten.

Ein zweiter Erfolgsfaktor ist die Wachstumsstrategie mit Augenmaß. Im vergangenen Jahr zählten dazu unsere Akquisitionen in China und Indien.

Beide Übernahmen sind Teil unserer langfristigen Wachstumsstrategie in den BRIC-Staaten.

Das heißt: Mit ihnen stärken wir unsere Position in den zwei wichtigsten Wachstumsmärkten der Welt.Der dritte Stabilitätsfaktor heißt: Innovation. Auch und gerade in der Krise hat LANXESS in die Zukunft investiert: Über 100 Millionen Euro flossen 2009 in den Bereich Forschung und Entwicklung. Die Zahl der in diesem Bereich beschäftigten Mitarbeiter stieg um 15 Prozent auf über 500.

Und: Ein Patentportfolio aus circa 1.000 Patentfamilien mit fast 6.000 einzelnen Schutzrechten zeigt: Die Forschungs- und Entwicklungskultur von LANXESS ist lebendiger denn je.

Das alles beweist:

Wir haben den Belastungstest bestanden!

LANXESS hat mit einem sehr guten Start ins Jahr 2010 die Grundlage für ein deutlich verbessertes operatives Ergebnis geschaffen.

Wir wachsen krisensicher mit den Megatrends und auf den Zukunftsmärkten.Wir sind optimistisch, was den weiteren Geschäftsverlauf betrifft und erwarten derzeit für das Gesamtjahr ein EBITDA vor Sondereinflüssen in der Größenordnung von 650 bis 700 Millionen Euro. Denn auch das zweite Quartal verläuft sehr gut.

Basis für unsere Prognose ist die Erwartung, dass sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld weiter erholen wird. Allerdings dürfte die Entwicklung regional weiterhin unterschiedlich verlaufen. So werden die Regionen Asien/Pazifik, vor allem China und Indien sowie Lateinamerika mit Schwerpunkt Brasilien ihren Wachstumstrend des ersten Quartals fortsetzen.

Ebenfalls weiter erholen werden sich Nordamerika und Europa, allerdings in geringerem Tempo.

Hinzu kommen verschiedene Risiken wie nicht zuletzt die überbordende Finanzverschuldung einiger Euro-Länder, das Auslaufen von staatlichen Konjunkturprogrammen und die volatilen Rohstoffpreise.

Im gegenwärtigen Umfeld und auf Basis des erfreulichen ersten Quartals rechnen wir mit einer weiter steigenden Nachfrage für unsere wichtigsten Absatzmärkte. Die deutlichsten Impulse werden dabei für die Automobil- und Reifenindustrie zu verzeichnen sein.

Alles in allem geht LANXESS also mit Selbstvertrauen, aber nicht ohne Respekt in das weitere Geschäftsjahr.

Wir sind sicher: Die Krise ist noch nicht überstanden. Die Entwicklungen bleiben „im Fluss“, und auch in der Chemieindustrie stehen die Zeichen weiter auf Veränderung.

Wir wissen heute nicht genau, wie der Wasserstand im nächsten Jahr sein wird und mit welcher Strömung wir zu rechnen haben.

Aber wir wissen:

Wir sind gut unterwegs.

Wir bleiben weiter auf Kurs.

Und wir halten konsequent an dem fest, was uns auszeichnet:

  • ein vorausschauendes Krisenmanagement,
  • die Investition in wachstumsstarke Regionen und zukunftsgerichtete Markttrends,
  • die richtige Geschäftsstruktur mit einem ausgezeichneten Produktportfoliosowie
  • eine Kultur der Nachhaltigkeit, der Kooperation und der Solidarität Einzelner für das Ganze.


Vielen Dank!



Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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