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12. November 2013 | Reden

Ergebnisse des dritten Quartals 2013

Aus den Ausführungen von Dr. Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich begrüße Sie ebenfalls herzlich zur Veröffentlichung unserer Ergebnisse des dritten Quartals 2013.

Das unverändert herausfordernde Marktumfeld hat unseren Geschäftsverlauf auch in diesem Berichtszeitraum belastet. Unsere wichtigsten Kundenbranchen – Auto- und Reifenindustrie – haben wie erwartet insbesondere in Europa noch keine wesentliche Besserung ihrer wirtschaftlichen Entwicklung erfahren. Davon war auch LANXESS betroffen, wie wir bereits im September auf unserem Medientag prognostiziert hatten.

Aber wir sehen eine Stabilisierung unserer Geschäfte. So haben alle drei Segmente ihre Absatzmengen gegenüber dem Vorquartal wie auch dem Vorjahr steigern können – Performance Polymers sogar deutlich. Belastend wirkten sich hingegen die anhaltend niedrigeren Verkaufspreise sowie die negative Entwicklung der Wechselkurse aus.

Als stabilisierender Faktor erwies sich erneut das Geschäft mit Agrochemikalien des Segments Advanced Intermediates.

Insgesamt ist unser Konzernumsatz im Berichtsquartal gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro gesunken. Dabei wurde das Absatzvolumen um gut neun Prozent gesteigert.

Ein Grund war der wieder einsetzende Lageraufbau bei einigen Kunden. Allerdings ist es aus unserer Sicht noch zu früh, von einer grundsätzlichen Erholung der Geschäfte zu sprechen.

Die höheren Absatzmengen konnten die Belastung durch die um elf Prozent geringeren Verkaufspreise nicht kompensieren. Diese waren unter anderem auf niedrigere Rohstoffkosten und generell rückläufige Marktpreise zurückzuführen. Davon waren wiederum mit Ausnahme der Business Unit High Performance Materials insbesondere die Geschäfte betroffen, die eng mit der Automobil- und Reifenindustrie verbunden sind.

Den Umsatz belasteten zudem negative Währungseffekte mit rund vier Prozent.

Das operative Ergebnis EBITDA vor Sondereinflüssen sank um über 26 Prozent auf 187 Millionen Euro. Ausschlaggebend dafür waren gesunkene Verkaufspreise, insbesondere für synthetische Kautschuke, und die negative Wechselkursentwicklung.
Belastend wirkte auch eine Wertberichtigung auf Vorräte in Höhe von etwa zehn Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen betrug 9,1 Prozent nach 11,8 Prozent vor einem Jahr.

Das Konzernergebnis sank deutlich auf 11 Millionen Euro. Gründe waren neben den genannten operativen Einflüssen höhere Abschreibungen und Sonderaufwendungen in Höhe von etwa 20 Millionen Euro für das Effizienzsteigerungsprogramm „Advance“.

Der Rückgang der Investitionen im Berichtsquartal um knapp vier Prozent auf 146 Millionen Euro gegenüber der Vorjahreszeit spiegelt die für das Gesamtjahr auf rund 600 Millionen Euro reduzierte Investitionsplanung wider. Die Nettofinanzverbindlichkeiten verringerten sich gegenüber dem Vorquartal aufgrund unseres strikten Working Capital Management auf rund 1,8 Milliarden Euro. Sie sollen bis zum Jahresende weiter sinken.

Das Segment Performance Polymers mit seinen Hochleistungs-Kautschuken und Hightech-Kunststoffen steigerte sein Absatz-volumen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr deutlich um 14 Prozent. Hier spiegelt sich der Lageraufbau bei Kunden wider.

Auf der anderen Seite stand jedoch der signifikante Rückgang der Verkaufspreise um 19 Prozent, bedingt durch gesunkene Einstandspreise für Rohstoffe, insbesondere für Butadien. Hinzu kamen negative Wechselkurseffekte. Insgesamt lag der Umsatz des Segments daher mit 1,1 Milliarden Euro um über acht Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Polymers sank deutlich um knapp 45 Prozent auf 84 Millionen Euro, woraus sich eine EBITDA-Marge von 7,7 Prozent ergab, nach 12,8 Prozent ein Jahr zuvor.

In den meisten Geschäftsbereichen konnte eine positive Entwicklung der Absatzmengen die rückläufigen Verkaufspreise nicht ausgleichen. Zusätzlich belasteten Vorratsabwertungen, Bestandsabbau und negative Wechselkurseffekte das Ergebnis.

Erfreulich war in diesem Segment, dass in der Business Unit High Performance Materials eine positive Mengenentwicklung die gesunkenen Verkaufspreise überkompensierte. Die Hightech-Kunststoffe dieses Geschäftsbereichs gewinnen unter anderem für den Leichtbau in der Automobilindustrie weiter an Bedeutung.

Dieser Entwicklung trägt die Business Unit mit drei wichtigen Projekten Rechnung:

  • So entsteht derzeit im belgischen Antwerpen eine World-Scale-Anlage für Polyamid-Kunststoffe mit einer Jahreskapazität von rund 90.000 Tonnen, die im kommenden Jahr fertig gestellt werden soll.
  • In Porto Feliz, Brasilien, soll noch in diesem Jahr der Bau einer neuen Anlage zur Compoundierung von technischen Hightech-Kunststoffen abgeschlossen werden.
  • Schließlich baut die zum Geschäftsbereich gehörende Bond-Laminates GmbH ihre Produktionskapazitäten für innovative Leichtbau-Kunststoffe am Standort Brilon bis zum Sommer 2014 um rund 75 Prozent aus.


Meine Damen und Herren,
die positive Resonanz unserer Kunden und zahlreicher Interessenten während der weltgrößten Fachmesse für Kunststoff und Kautschuk „K 2013“ im vergangenen Monat stimmt uns optimistisch. Dies zeigt, dass unsere Strategie mit Fokus auf den langfristigen Megatrend Mobilität – insbesondere „Grüne Mobilität“ – richtig ist.

Das beweist auch unser vor wenigen Tagen vorgestellter Praxistest mit schweren Lkw. Er zeigt eindrucksvoll, dass rollwiderstandsreduzierte „Grüne Reifen“ den Treibstoffverbrauch von Lkw um knapp zehn Prozent senken.

Speditionen und Logistikunternehmen könnten so jährlich mehrere Millionen Euro an Kosten sparen. Auch die Umwelt würde aufgrund reduzierter CO2-Emissionen ebenfalls von „Grünen Reifen“, die mit unseren Hochleistungs-Kautschuken hergestellt werden, profitieren.

Einen gegenüber dem Vorjahreszeitraum unveränderten Umsatz von 403 Millionen Euro erzielte das Segment Advanced Intermediates. Einer Steigerung der Absatzmengen um knapp fünf Prozent insbesondere aufgrund der positiven Nachfrage nach Agrochemikalien standen rohstoffbedingte Preisanpassungen und Wechselkurseffekte in der gleichen Größenordnung gegenüber.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 71 Millionen Euro nur knapp unter dem Vorjahreswert. Die Marge betrug erfreuliche 17,6 Prozent.

Die beiden Business Units des Segments, Saltigo und Advanced Industrial Intermediates, profitierten von der guten Nachfrageentwicklung nach Produkten für die Agrochemie sowie die Duft- und Geschmacksstoffindustrie. Regionale Wachstumstreiber des Segments waren Nordamerika und EMEA ohne Deutschland.

Der Umsatz unseres dritten Segments Performance Chemicals sank um knapp zwei Prozent auf 546 Millionen Euro. Hier standen knapp drei Prozent höheren Absatzmengen und nahezu unveränderten Verkaufspreisen negative Wechselkurseffekte von rund fünf Prozent gegenüber.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments betrug 72 Millionen Euro, vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Entsprechend verringerte sich die Marge leicht um 0,3 Prozentpunkte auf 13,2 Prozent.

Positiv entwickelten sich in diesem Segment die Geschäfte mit Produkten zur Wasseraufbereitung, mit Kautschukchemikalien sowie mit Materialschutzprodukten für die Lack- und Farbenindustrie.

Zur regionalen Entwicklung ist Folgendes zu sagen: Jetzt zahlt sich aus, dass wir unsere Positionen in den vergangenen Jahren insbesondere in den asiatischen Märkten ausgebaut haben. In der Region Asien/Pazifik legte unser Umsatz im Berichtsquartal um rund fünf Prozent auf 515 Millionen Euro zu. Besonders erfreulich war dabei die Entwicklung in China – ein Zuwachs von rund 21 Prozent auf rund 260 Millionen Euro.

In der Region EMEA ohne Deutschland erzielten wir einen Umsatz etwa auf Vorjahresniveau. Schwächer als im Vorjahr schnitten hingegen unser deutscher Heimatmarkt sowie die Regionen Nord- und Lateinamerika ab.

Meine Damen und Herren,
die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden vierten Quartal zeigt bisher eine verhaltene Dynamik. So sind in den aufstrebenden Volkswirtschaften weiterhin nur schwächere Impulse sichtbar. Das Wachstum in China wird nach unseren Erwartungen in der Größenordnung der Planvorgaben ausfallen.

In Europa ist trotz der erwarteten Entspannung eine nachhaltige Stabilität noch nicht erkennbar. In den USA schließlich dürfte das Wachstum wegen der anhaltenden Unsicherheit bezüglich des Haushaltsbudgets weiter moderat ausfallen.

Wir sehen uns in unserer Einschätzung durch den VCI bestätigt, der vergangene Woche erklärt hatte, die Erholung der Weltwirtschaft sei noch nicht nachhaltig gesichert. Die Dynamik im Chemiegeschäft sei weiterhin gering und das Potenzial für Rückschläge hoch.

Differenziert wird nach unserer Einschätzung die Entwicklung der einzelnen Kundenindustrien verlaufen. So erwarten wir für die Automobil- und Reifenproduktion insbesondere in Europa nur eine leichte Erholung. Ein Lichtblick war für mich in den vergangenen Tagen die Nachricht, dass der Autoabsatz in Deutschland im Oktober gegenüber dem Vorjahr um über zwei Prozent zugelegt hat. Sogar deutlich besser in Form ist der US-Markt, wo die Zahl der neuzugelassenen „Light Vehicles“ um knapp elf Prozent über dem Vorjahresniveau lag.

Mit einer weiterhin guten Nachfrage rechnen wir im laufenden Quartal bei Agrochemikalien. In der Bauindustrie schließlich dürfte die Entwicklung in China und den USA besser verlaufen, während in Europa die Talsohle erreicht werden sollte.

Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das vierte Quartal ebenfalls eine verhaltene Nachfrageentwicklung. Für das Gesamtjahr konkretisieren wir daher unsere zuletzt genannte Ergebnisprognose von 700 bis 800 Millionen Euro EBITDA vor Sondereinflüssen.
Wir gehen jetzt von einem Wert zwischen 710 und 760 Millionen Euro aus. Darin sind mögliche Wertberichtigungen auf Vorräte aufgrund der schlechten Vorhersehbarkeit nicht enthalten.

Im September hatten wir das Effizienzsteigerungsprogramm „Advance“ vorgestellt, mit dem wir den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen begegnen. Die eingeleiteten Maßnahmen umfassen neben Kosteneinsparungen eine Reduzierung der weltweiten Belegschaft um rund 1.000 Mitarbeiter bis zum Jahr 2015 und Portfolio-Optimierungen. Mit „Advance“ wollen wir ab 2015 rund 100 Millionen Euro jährlich einsparen.

Meine Damen und Herren,
ich möchte noch kurz auf ein Thema eingehen, dessen rasche und umfassende Lösung ganz erheblichen Einfluss auf die künftige Wettbewerbsfähigkeit von LANXESS und der gesamten deutschen Chemieindustrie hat: Die Energiewende und die dadurch dramatisch steigenden Energiekosten.

Um es ganz deutlich zu sagen: Wir sind an der Grenze der Belastbarkeit angekommen. Und gerade gegenüber der US-Konkurrenz geraten wir ins Hintertreffen.

Die umfangreiche Gewinnung von Schiefergas in den USA hat dort zu einem deutlichen Rückgang der Erdgaspreise geführt. Heute ist Erdgas in Europa fast drei Mal so teuer wie in den USA.

Die deutsche chemische Industrie ist die Nummer eins in Europa und die Nummer vier in der Welt. Mit unseren Materialien, Vorprodukten und Ideen sowie unserem Anwendungs-Know-how geben wir überall Impulse für Innovationen.

Das muss auch in Zukunft so bleiben. Und dafür brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen. Sonst sind zukünftige Investitionen in den Chemiestandort Deutschland in Gefahr. Und das darf nicht passieren. Hunderttausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, meine Damen und Herren. Wir stehen jeden Tag im Wettbewerb mit internationalen Konkurrenten, die nicht mit so hohen Energiekosten wie wir belastet sind.

Notwendig ist jetzt eine fundamentale Reform der deutschen Energiesituation und hier insbesondere eine grundlegende Änderung des Erneuerbare Energien Gesetzes, um eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung sicher zu stellen. Hier besteht erheblicher Handlungsbedarf der Politik.

Die energieintensive Industrie muss weiter von der Zusatzbelastung durch das Erneuerbare Energien Gesetz ausgenommen bleiben. Ansonsten kämen allein auf LANXESS in Zukunft Mehrkosten in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe jährlich zu. Sie alle kennen unsere Zahlen. Mehr brauche ich wohl nicht zu sagen.

Ich setze aber auf einen die Zukunft der deutschen Chemieindustrie sicherstellenden Ausgang der entsprechenden Koalitionsverhandlungen in Berlin.

Meine Damen und Herren,
jetzt kommt es darauf an, dass LANXESS so schnell wie möglich zur gewohnten Ertragsstärke zurückfindet. Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir große Herausforderungen erfolgreich meistern können. Und das wird auch dieses Mal der Fall sein.

Vielen Dank für Ihr Interesse.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.