LANXESS worldwide

Corporate Website en | de

Asia

EMEA

Americas

Interaktive Weltkarte

Hier finden Sie alle Kontakt-Informationen zu den weltweiten LANXESS Standorten.

mehr erfahren
Kontakt

06. August 2013 | Reden

Ergebnisse des zweiten Quartals 2013

Aus den Ausführungen von Dr. Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG

Meine sehr geehrten Damen und Herren,ich begrüße Sie ebenfalls herzlich zur Veröffentlichung unserer Ergebnisse des zweiten Quartals 2013.

Auch wenn wir uns mit einem sehr starken Vorjahresquartal vergleichen, wird deutlich, dass wir uns nicht von den negativen Entwicklungen in unseren wichtigsten Märkten und Kundenbranchen abkoppeln können.

LANXESS hat jedoch bewiesen, mit besonderen Herausforderungen erfolgreich umzugehen. Wir steuern auch diesmal mit aller Kraft dagegen, damit sich unsere Ergebnisse wieder deutlich verbessern.

Bereits eingeleitet haben wir:

  • zeitweise Anlagenstilllegungen
  • unser bewährtes flexibles Anlagenmanagement
  • eine konzernweit gültige strikte Kostendisziplin
  • Reduzierung der Investitionsplanung von 650 bis 700 Millionen auf rund 600 Millionen Euro sowie
  • Maßnahmen bei der Business Unit Rubber Chemicals, um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer internationalen Standorte mittel- und langfristig zu steigern.


Zudem arbeiten wir an einer Überprüfung unserer Konzernstrategie und an weiteren Maßnahmen. Dazu gehören:

  • kurzfristige und nachhaltige Kostenentlastungen,
  • weitere Effizienzsteigerungen sowie auch
  • strukturelle Veränderungen.


Details werden wir Ihnen Mitte September präsentieren. Das Ziel ist die langfristige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Konzerns.

Meine Damen und Herren,
eine Verbesserung der konjunkturellen Lage im weiteren Jahresverlauf ist nicht zu erkennen. Das allgemeine Konsumklima bleibt schwach. So brechen in den europäischen Ländern nicht nur die Fahrzeugverkäufe ein, sondern auch das allgemeine Transportaufkommen ist rückläufig. Weniger Lkw-Fahrten bedeuten aber weniger Reifenabnutzung und weniger Ersatzreifenbedarf und bei uns weniger Kautschuknachfrage.

Die private Nutzung von Pkw hat in Europa ebenfalls deutlich abgenommen.

Hinzu kommt, dass die Schwäche der europäischen Märkte jetzt auch in Ländern wie China und Brasilien sichtbar wird. So hat die chinesische Regierung ihr Wachstumsziel für 2013 auf 7,5 Prozent zurückgenommen. So gering war das Wachstum dort zuletzt 1991. In Brasilien wird für dieses Jahr ein Wachstum von etwa 2,5 Prozent erwartet. Im Gesamtjahr 2010 waren es noch 7,5 Prozent gewesen.

Vor allem für die Automobil- und Reifenindustrie gehen wir nicht von einer Erholung des schwachen Marktumfelds aus. Die verhaltene Nachfrage in den Endmärkten hält weiter an, und deshalb ist von weiterem Lagerabbau bei den Kunden auszugehen, insbesondere in Asien. Das Konsumklima ist unverändert schwach und die Verbraucher sind sehr preissensitiv.

Mit einer kurzfristigen Verbesserung ist nicht zu rechnen. So befindet sich der europäische Automarkt in einer massiven Krise: In den ersten sechs Monaten 2013 wurden in Europa so wenig Autos verkauft wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Ein Lichtblick ist, dass sich das OEM-Geschäft mit Hightech-Kunststoffen des Geschäftsbereichs High Performance Materials trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf solidem Niveau bewegt.

Ganz anders verhält es sich in dem für uns wichtigen Agromarkt. Im Bereich Agrochemikalien erwarten wir eine weiterhin erfreuliche Nachfrage. Wir können hier auf hohem Niveau unsere Positionen weiter ausbauen. Dieses Geschäft entwickelt sich bei uns zunehmend als solider Stabilisator, kann jedoch die Rückgänge im großvolumigen Polymers-Geschäft nicht ausgleichen.

In den USA sollte sich die Bauindustrie aufgrund der Situation im Wohnungsbau positiv entwickeln. In weiten Teilen Europas hingegen werden sich die Auswirkungen der Rezession negativ auf diese Branche auswirken.

Regional betrachtet bleibt die Lage in Europa angespannt und – wie ich schon sagte – haben sich die Wachstumserwartungen in wichtigen Absatzmärkten wie China und Brasilien verschlechtert. Lediglich für die USA zeichnet sich nach unserer Einschätzung eine leichte Verbesserung ab.

Insgesamt erwarten wir nach den 372 Millionen Euro EBITDA vor Sondereinflüssen in den ersten sechs Monaten 2013 und vor dem Hintergrund der ausbleibenden Erholung für das Gesamtjahr nun einen Wert in der Größenordnung von 700 bis 800 Millionen Euro. Dabei sollte sich das Ergebnis im zweiten Halbjahr etwa gleich auf die beiden Quartale verteilen, denn wir rechnen damit, dass sich die Geschäfte entgegen der normalen Saisonalität entwickeln werden. Mögliche Wertberichtigungen auf Rohstoffvorräte sind bei dieser Prognose nicht berücksichtigt.

Meine Damen und Herren,
vor dem Hintergrund der weiter anhaltenden Nachfrageschwäche und einer ausbleibenden Erholung im laufenden Geschäftsjahr halten wir die Erreichung des für 2014 gesetzten Ergebnisziels von 1,4 Milliarden Euro EBITDA vor Sondereinflüssen im kommenden Jahr nicht mehr für realistisch.

Ich komme jetzt zurück zum zweiten Quartal. Die von uns erwartete leichte Verbesserung unserer Geschäfte hat nicht stattgefunden. Als stabilisierender Faktor erwies sich zwar wiederum das gut verlaufende Geschäft mit Agrochemikalien, das allerdings die schlechten Ergebnisse der anderen Bereiche nicht kompensieren konnte.

In einem anhaltend schwierigen Marktumfeld sank der Konzernumsatz um knapp 12 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Maßgeblich waren neben leicht rückläufigen Absatzmengen deutlich niedrigere Verkaufspreise, die unter anderem auf niedrigere Rohstoffkosten und generell rückläufige Marktpreise zurückzuführen waren. Davon waren insbesondere die Geschäfte betroffen, die eng mit der Automobil- und Reifenindustrie verbunden sind.

Das operative Ergebnis EBITDA vor Sondereinflüssen sank um 45 Prozent auf 198 Millionen Euro. Es lag damit in der Mitte unserer Prognose-Spanne von 174 bis 220 Millionen Euro.

Ergebnisbelastend wirkten sich neben den Preiseffekten und niedrigeren Absatzmengen insbesondere steigende Fertigungskosten und höhere Energiepreise aus. Hinzu kamen Wertberichtigungen auf Vorräte aufgrund gesunkener Butadien-Preise.

Unsere EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen reduzierte sich auf 9,2 Prozent verglichen mit 14,9 Prozent im zweiten Quartal des vergangenen Jahres.

Beim Konzerngewinn ergab sich ein Minus von 95 Prozent auf 9 Millionen Euro. Maßgeblichen Einfluss hatten Sonderaufwendungen in Höhe von rund 40 Millionen Euro, die im Wesentlichen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Anlagenkonsolidierung an Standorten der Business Unit Rubber Chemicals in Belgien und Südafrika betrafen.

Besonders betroffen von der negativen Entwicklung im zweiten Quartal war erneut das Segment Performance Polymers mit seinen Hochleistungs-Kautschuken und Hightech-Kunststoffen. Der Umsatz sank gegenüber dem starken Vorjahreszeitraum um über 17 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Ausschlaggebend war dabei ein negativer Preiseffekt von 16 Prozent. Dieser resultierte aus weiterhin rückläufigen Einstandspreisen für Rohstoffe sowie Anpassungen unserer Abgabepreise aufgrund von rückläufigen Marktpreisen. Die Verkaufsmengen lagen nur geringfügig um ein Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Die Nachfrage in den einzelnen Geschäftsbereichen des Segments entwickelte sich im Berichtsquartal unterschiedlich. So mussten die Business Units Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers, die eng mit der Reifenproduktion verbunden sind, Einbußen hinnehmen. Hier wirkte sich die anhaltend schwache Nachfrage insbesondere der europäischen Automobil- und Reifenindustrie aus.

Auf der anderen Seite steigerte der Geschäftsbereich High Performance Materials, der mit Kunden der Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie einen wichtigen Umsatzanteil erzielt, seine Absatzmengen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments sank deutlich um über 63 Prozent auf 94 Millionen Euro, woraus sich eine EBITDA-Marge von 8,0 Prozent ergab, nach dem sehr guten Wert von 18,0 Prozent ein Jahr zuvor.

In allen Geschäftsbereichen konnten niedrigere Verkaufspreise nicht vollständig durch entsprechend niedrigere Rohstoffkosten kompensiert werden. Der Nachfragerückgang und planmäßige Produktionsstillstände führten zu einer unter Vorjahresniveau liegenden Anlagenauslastung.

Ein ganz anderes Bild bietet das Segment Advanced Intermediates. Es erzielte einen nahezu auf Vorjahresniveau liegenden Umsatz von 393 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 74 Millionen Euro um über 6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Marge war mit erfreulichen 18,8 Prozent nahezu stabil.

Die beiden Business Units des Segments, Saltigo und Advanced Industrial Intermediates, profitierten von der erfreulichen Entwicklung der Agromärkte. Bei Saltigo wurde so die mengenmäßig schwächere Nachfrage nach Pharma-Vorprodukten kompensiert. Die gute Entwicklung des Agrogeschäfts zeigt einmal mehr, wie richtig die Neuausrichtung dieser Business Unit ist.

Die Nachfrage nach Produkten des Aromatenverbunds des Geschäftsbereichs Advanced Industrial Intermediates für die Agrochemie sowie die Duft- und Geschmackstoffindustrie entwickelte sich erfreulich. Die Nachfrage nach Produkten für die Automobilindustrie und die Farbenindustrie blieb weiterhin schwach.

Insgesamt haben wir dieses Segment in den vergangenen Jahren zu einem soliden Stabilisator neben dem schwankenden Polymers-Geschäft ausgebaut.

Der Umsatz unseres dritten Segments Performance Chemicals sank um 4 Prozent auf 561 Millionen Euro. Ausschlaggebend waren Mengenverluste. Die Business Unit Leather litt dabei insbesondere unter Versorgungsengpässen für eine Produktionsanlage sowie streikbedingten Stillständen der Chrom-Mine in Südafrika.

Erfreuliche Entwicklungen zeigten hingegen der Geschäftsbereich Liquid Purification Technologies mit seinen Produkten zur Wasseraufbereitung und die Business Unit Inorganic Pigments. Beide steigerten die Absatzmengen und erhöhten zudem die Verkaufspreise. Allerdings kompensierte bei Inorganic Pigments eine nachteilige Wechselkursentwicklung diesen positiven Effekt.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Chemicals lag im Berichtszeitraum mit 67 Millionen Euro um 14 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert, was einer Marge von 11,9 Prozent entspricht, verglichen mit 13,3 Prozent im Vorjahr.

Zur regionalen Entwicklung möchte ich Folgendes sagen: Über die Jahre hinweg haben wir unsere Positionen in den BRICS-Staaten sowie weiteren asiatischen, lateinamerikanischen und osteuropäischen Märkten ausgebaut. Auf die BRICS-Staaten entfallen aktuell 23 Prozent und auf die genannten Regionen insgesamt rund 37 Prozent unseres Umsatzes.

Auch diese strategische Ausrichtung wirkt sich stabilisierend auf LANXESS aus, wenn unsere angestammten Heimatmärkte Schwächen zeigen. Im Vergleich zum besonders starken Vorjahresquartal sind die Verkäufe insgesamt zwar zurück gegangen. Asien und Lateinamerika sind jedoch unverändert die großen Wachstumstreiber.  

Meine Damen und Herren,
im Berichtsquartal lagen die Auszahlungen für Investitionen mit 159 Millionen Euro über dem Wert des Vorjahreszeitraums von 137 Millionen Euro. Sie betrafen insbesondere in der Realisierung befindliche Wachstumsprojekte. Beispiele hier in Deutschland sind zwei Projekte der Business Unit Saltigo sowie der Ausbau der Kresolproduktion des Geschäftsbereichs Advanced Industrial Intermediates in Leverkusen. Mit diesen Maßnahmen bauen wir das Geschäft mit der Agrochemie weiter aus.

Der Markt für Agrowirkstoffe bleibt für uns ein innovatives und profitables Wachstumssegment. Daher werden wir auch künftig in diesen Bereich investieren - alleine bei Saltigo in Leverkusen bis 2015 insgesamt 100 Millionen Euro. So stärken wir diesen Standort als Hauptproduktionsstätte für unser Agrochemikalien-Portfolio. Dazu gehört auch der Umzug des Saltigo-Hauptquartiers mit rund 100 Mitarbeitern im September nach Leverkusen.

Meine Damen und Herren,

  • Die Megatrends, vor allem Mobilität und Landwirtschaft, sind unverändert intakt.
  • Die aufstrebenden Volkswirtschaften, insbesondere China, Indien und Brasilien, werden nach unserer Erwartung wieder bessere Zeiten sehen.
  • Als Markt- und Technologieführer in unseren Segmenten verstehen wir die Märkte und unsere Kunden mit ihren Bedürfnissen.
  • Wir setzen bei allen unseren Aktivitäten auf Innovationen und Technologie.


Daher sind wir trotz der derzeitigen Nachfrageschwäche fest davon überzeugt, dass wir mit unserer Ausrichtung grundsätzlich weiter richtig aufgestellt sind.

Ich hatte eingangs angekündigt, dass wir Maßnahmen erarbeiten, um unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu steigern. Diese Maßnahmen werden die Stellung von LANXESS als führendem Anbieter von innovativen Lösungen weiter stärken.

An unserem mittelfristigen Ergebnisziel von 1,8 Milliarden Euro EBITDA vor Sondereinflüssen im Jahr 2018 halten wir daher fest, auch wenn es angesichts des herausfordernden Umfelds jetzt noch ambitionierter geworden ist.

Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir auch schwierige Herausforderungen erfolgreich meistern können. Und das wird auch dieses Mal der Fall sein.

Vielen Dank für Ihr Interesse.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.