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28. April 2010 | Reden

LANXESS Debatte 2010 Parlamentarischer Abend der LANXESS AG

Aus den Ausführungen von Dr. Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG

Sehr geehrte Repräsentanten aus Politik und Industrie, 

aus Verbänden und Medien,

meine sehr geehrten Damen und Herren!


Im Namen des Vorstands von LANXESS heiße ich Sie hier in der NRW-Landesvertretung in Brüssel ganz herzlich willkommen. 


Wir freuen uns über ihren Besuch und das rege Interesse an unserem Unternehmen. 


Besonders freue ich mich, so viele Vertreter aus dem Europäischen Parlament, Kommission und Rat hier zu sehen, bitte sehen Sie mir nach, dass ich Sie nicht alle persönlich begrüßen kann.


Ich möchte mich zunächst beim Leiter der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen, Herrn Stein, für die Gastfreundschaft bedanken. LANXESS ist zwar ein globales Unternehmen, aber unsere Wurzeln sind unverändert in Nordrhein-Westfalen.


Ebenfalls möchte ich mich ganz herzlich bei allen Panelists für die Bereitschaft bedanken, mit mir gemeinsam angeregt und anregend über die Frage zu diskutieren, ob in der EU Umweltgesetzgebung und Wettbewerbsfähigkeit ein Widerspruch sein müssen.


Für LANXESS ist der heutige Abend eine Premiere: Wir engagieren uns hier erstmalig in dieser Form auf EU-Ebene, weil wir der Überzeugung sind, dass sich unser Unternehmen hier konstruktiv einbringen kann. 


Wir sehen Europa nicht nur als Kostenfaktor, sondern auch als Chance für eine intelligente Umweltpolitik, die innovativen und flexiblen Unternehmen neue Geschäftsfelder eröffnet. 


Der heutige Abend steht deshalb auch unter dem Motto „Green Chemistry“ – also Grüne Chemie oder eben ökolgische Chemie. 


Wie aber passen Ökologie und Chemie zusammen? 


Ich kann Ihnen versichern, sehr gut sogar. 


Die Chemie entwickelt Lösungen für die weltweiten ökologischen Herausforderungen der Zukunft und setzt diese in innovative Produkte um. Unsere Erzeugnisse sind Schrittmacher für umweltverträgliche Innovationen in nahezu allen Industriebranchen. 


So produziert und entwickelt unser Konzern zum Beispiel seit mehr als 100 Jahren synthetischen Kautschuk – aber das ist beileibe kein „altes Produkt“! Im Gegenteil: Synthetischer Kautschuk ist unter anderem die entscheidende Grundlage für die so genannten „Green Tires“, also die umweltfreundlichen Reifen, und damit für nachhaltige Mobilität von morgen – weltweit! 


Mit dieser innovativen Technolgie könnte Europa jährlich 6 Milliarden Liter Treibstoff und 15 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß einsparen. Gemäß den Angaben führender Reifenhersteller ist der Rollwiderstand von Reifen für bis zu 20 Prozent des Spritverbrauchs bei PKW’s verantwortlich! Treibstoffverbrauch und CO2-Emmissionen könnten um zusätzliche 2, 5 Prozent gesenkt werden, wenn alle Fahrzeuge in Europa mit dem empfohlenen Reifendruck fahren würden. Da sich die Anzahl der Kraftfahrzeuge innerhalb der kommenden 25 Jahre weltweit verdoppeln wird, kann die innovative Reifentechnologie mithelfen, die EU- Klimaziele zu erreichen. 


Deshalb haben wir uns in Brüssel auch so stark für eine umwelt- und sicherheitsorientierte Reifenkennzeichnung eingesetzt, die inzwischen auch beschlossene Sache ist und bald EU-weit Gesetz werden wird.


Wie in unserem Film am Anfang kurz angerissen  beschäftigen wir uns seit vielen Jahrzehnten mit Hightech-Produkten zur Aufbereitung oder Reinigung von Wasser, die dazu beitragen, industrielles Wachstum auch ökologisch vertretbar zu machen: 

Es ist gerade diese Innovationsfähigkeit, die unseren Erfolg im globalen Wettbewerb sichert. 


Meine Damen und Herren,


wir stehen vor großen Herausforderungen, die Lösungen erfordern, wenn unsere Branche in 10, 20 oder sogar 50 Jahren noch den Stellenwert einnehmen will, den sie heute hat.


Erstens: 

Die Weltwirtschaftskrise hat die globalen Rahmenbedingungen auf den Kopf gestellt. 


In China brummt die Wirtschaft. Das Land hat die Krise im vergangenen Jahr sehr schnell abgeschüttelt. Gleiches gilt für Indien und Brasilien. Bereits vor der Krise waren die so genannten BRIC-Länder die Wachstumszentren der Welt. Dies gilt  jetzt noch mehr. 


Und während dort die Krise überwunden scheint, sind die Erholungstendenzen in den westlichen Industrieländern noch sehr viel schwächer ausgeprägt. Zudem sind sie mit Unsicherheiten behaftet. Ich denke da nur an die Überschuldung einiger Länder der Euro-Zone.


Zweitens: In den asiatischen Schwellenländern und auch in den Nahost-Staaten entstehen große neue Wettbewerber. Diese drängen zunehmend auch in die angestammten Domänen der europäischen Unternehmen und drücken auf Preise und Margen. 


Die neuen Konkurrenten profitieren von niedrigen Arbeitskosten sowie vielfach von einem günstigeren Zugang zu den für unsere Branche wichtigen Rohstoffen wie Öl und Gas. 


Hier ist auch die EU in der Pflicht Sorge zu tragen, diese Herausforderung nicht noch zu verschärfen, indem man Importe von Rohstoffen für die heimische chemische Industrie mit prohibitiv hohen Zöllen belegt, gleichzeitig aber Schwellenländer weiterhin hohe Zölle auf unsere Endprodukte einheben können.


Hier stellt sich die Frage nach einem internationalen „Level Playing Field“ – und die Reise bei Zöllen kann und darf nur in eine Richtung gehen nämlich gegen Null – für alle Seiten. 


Ähnliches gilt bei Umweltstandards – ein Thema, das wir sicher in der Diskussion gleich noch vertiefen werden. Es ist richtig, dass die EU beim Umweltschutz globalen Leadership zeigt - allerdings bitte mit Augenmaß, damit etwaige Alleingänge nicht unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zerstören.


Und drittens schließlich werden die Probleme des globalen Klimaschutzes immer drängender. Das ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.


Auch wenn wir in Europa bei der Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen Erfolge erzielen – in den Entwicklungs- und Schwellenländern steigen die Werte als Folge des wirtschaftlichen und industriellen Aufschwungs in einem bedenklichen Tempo weiter an. 


Aber wer will oder kann es diesen Staaten verwehren, beim Wohlstandsgefälle gegenüber dem Westen aufzuholen? 


Gerade in der Krise ist es deshalb enorm wichtig, dass die EU protektionistischen Versuchungen widersteht – sei aus auf Ebene der Mitgliedstaaten, sei es auf gesamteuropäischer Ebene. Ideen etwa wie die Einführung eines Klima-Zolles, mit dem Waren aus Drittländern mit Strafzöllen belegt werden könnten, sind Gift für die Konjunktur.


Meine Damen und Herren,


hier liegen aber auch große Chancen für LANXESS und die gesamte Chemie-Industrie. Die in den Schwellenländern so wichtigen Themen Mobilität, Wasseraufbereitung und Urbanisierung sind nicht nur stabile Treiber des globalen Wachstums. Sie haben auch ökologisch höchste Priorität. 


Wir müssen den Trumpf nutzen, dass europäische Technologie weltweit höchste Anerkennung genießt. 


Wie ich eben schon angerissen habe, tragen unsere Produkte bereits heute zum Klimaschutz bei. Eine McKinsey-Studie aus dem vergangenen Jahr belegt, dass Produkte der chemischen Industrie über ihren Lebensweg hinweg mehr als doppelt soviel Treibhausgase einsparen wie zur ihrer Herstellung verursacht werden. Und, Sie können sicher sein, dieses Verhältnis wollen und werden wir künftig noch weiter verbessern. 


Meine Damen und Herren, 


zur Green Chemistry bei LANXESS gehören aber auch umweltfreundliche Produktionsprozesse. 


Ein Beispiel ist das neue Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung an unserem brasilianischen Standort Porto Feliz, das als Brennstoff Zuckerrohrabfälle nutzt und so nahezu CO2-neutral arbeitet. 


Besonders möchte in an dieser Stelle ich unsere Lachgas-Reduzierungsanlage an unserem deutschen Standort Krefeld-Uerdingen erwähnen, die im vergangenen Jahr in Betrieb gegangen ist. Mit dieser Anlage haben wir unser Ziel, die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis 2012 um 80 Prozent zu verringern, bereits im vergangenen Jahr erreicht. 


Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass die „green jobs“, von denen auch hier in Brüssel so viel die Rede ist, kein Luftschloss sind, sondern eine ganz reale Chance für unsere Wirtschaft.

LANXESS hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Chemie in Europa auch heute noch profitabel gemanagt werden kann – und das sogar überaus erfolgreich. 


Erfolgreich sind wir vor allem deshalb, weil wir viele neue Wege gegangen sind. Dazu gehört auch ein transparentes, offenes und faires Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Das hat sich ausgezahlt und bewährt, gerade in der jüngsten Krise! 


Erfolgreich sind wir aber auch deshalb, weil wir eben genau das machen, was wir am besten können: Spezialchemie! 


LANXESS ist heute der globale Markt- und Technologieführer bei Synthesekautschuk. Aber so viel ist auch klar: Diese Position können wir nur halten, wenn wir uns weiterhin gegen unsere Wettbewerber aus aller Welt behaupten können. 


Das gilt gerade vor dem Hintergrund der größten Wirtschaftskrise seit Kriegsende. 


Die Chemieindustrie ist und bleibt eine Schlüsselindustrie. Wir brauchen daher dringend die weitere Unterstützung der Politik und sind auf klare wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen aus Brüssel angewiesen. 


Die Unterstützung der Politik benötigen wir auch bei Forschung und Entwicklung, um auch weiterhin auf höchstem Niveau forschen und entwickeln zu können – und damit viele Arbeitsplätze hierzulande zu sichern. 


Hinzu kommt – und das ist ein ganz entscheidender Punkt: Als Unternehmen, das vor allem auf Innovation setzt, können wir auf Dauer nur dann erfolgreich bleiben, wenn wir hervorragend ausgebildeten und engagierten Nachwuchs gewinnen! 


Meine Damen und Herren,


Nicht alles, was die EU macht, ist gut für die Branche. Aber umgekehrt ist auch nicht alles, was an Regelungen aus Brüssel kommt, a priori schlecht. 


In LANXESS hat Brüssel einen verlässlichen, aber auch selbstbewussten Partner. Ich verbinde daher meine Hoffnungen damit, dass Sie sich weiterhin für eine Industriepolitik in Europa stark machen, die es Unternehmen wie LANXESS ermöglicht, unsere Zukunft im harten globalen Wettbewerb zu sichern. 


Ich bedanke mich für Ihr Interesse und freue mich mit Ihnen auf die Ausführungen von Herrn Reul und danach auf eine sicherlich sehr lebhafte Diskussion. 



Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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