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01. Juli 2013 | Reden

Pressekonferenz „Technology @ Work“ „High Performance Materials – weltweit ein Schwergewicht in Sachen Leichtbau“

Aus den Ausführungen von Dr. Michael Zobel, Leiter der Business Unit High Performance Materials der LANXESS AG

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch ich freue mich, Sie hier in Düsseldorf begrüßen zu dürfen. Unser Geschäftsbereich High Performance Materials will die K 2013, das Megaevent der globalen Kunststoffszene, nutzen, um seine globale Topposition im Leichtbau von Automobilen mit Hightech-Polyamiden und -Polyestern herauszustellen. Ich werde Ihnen erläutern, warum wir weltweit als Anbieter von Hochleistungsthermoplasten eine Ausnahmestellung im Leichtbau und als Entwicklungspartner der internationalen Automobilindustrie haben. Sie erfahren, wie wir mit dieser Ausnahmestellung unser Geschäft weiter ausbauen und globalisieren werden. Und ich zeige Ihnen anhand mehrerer Material- und Anwendungsinnovationen, dass die Zusammenarbeit mit uns Automobile markant leichter macht. Unsere Produkte und unser Know-how weisen den Weg zu einer nachhaltigen „grünen“ Mobilität, die Ressourcen und Klima schont.

Mein Name ist Michael Zobel. Ich leite seit fast drei Jahren High Performance Materials, kurz HPM. Die Business Unit gehört bei LANXESS zum Segment Performance Polymers. Fast die Hälfte des Umsatzes von deutlich über 500 Mio. Euro erzielte sie im vergangenen Jahr mit der Automobil- und Elektro-/Elektronikindustrie. Mit einer Kapazität von rund 260.000 Jahrestonnen Polyamid- und Polybutylenterephthalat-Compounds zählen wir auf dem Weltmarkt zu den Top 5 unter den Anbietern dieser Thermoplaste.

Der Erfolg von HPM und unser exzellenter Ruf im internationalen Markt fußen auf drei starken Marken, nämlich Durethan®, Pocan® und HiAnt®. Unsere nach individuellen Bedürfnissen von Kunden und Branchen maßgeschneiderten Polyamid- und PBT-Compounds Durethan® bzw. Pocan® gelten schlechthin als Werkstoffe, die oft erst technisch anspruchsvolle und innovative Bauteillösungen ermöglichen. Das werde ich Ihnen in meinem Vortrag an Beispielen noch erläutern. Eine Stärke von HPM, mit der wir uns vom Großteil unserer Wettbewerber abheben, ist unser profundes Know-how in der Material-, Anwendungs-, Verfahrens- und Technologieentwicklung. Wir haben es in der Marke HiAnt® gebündelt. Mit HiAnt® helfen wir Kunden in allen Stufen der Bauteilentwicklung – von der Konzeptphase und Materialoptimierung über die Berechnung von Bauteileigenschaften mit State-of-the-Art-Simulationstools bis hin zur Verarbeitung, Bauteilprüfung und zum Serienstart. Viele Kunden suchen gerade wegen HiAnt® gezielt die Zusammenarbeit mit uns, weil sie sichergehen wollen, dass eine neue, komplexe Anwendungsentwicklung auch gelingt.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von HPM ist der hohe Grad an Rückwärtsintegration in der Wertschöpfungskette unserer Hightech-Kunststoffe. Wir stellen Glasfasern für unsere Polyamid- und PBT-Compounds sowie das Polyamid 6-Monomer Caprolactam und dessen Rohstoffe auf World-Scale-Anlagen selber her. Damit können wir die Verfügbarkeit dieser strategisch wichtigen Vorprodukte und die Kosten zu ihrer Herstellung kontrollieren. Unsere Kunden profitieren dadurch von einem Optimum an Versorgungs- und Liefersicherheit, was besonders unsere Partner in der Automobilindustrie zu schätzen wissen.

Meine Damen und Herren, oberstes Ziel von HPM ist, vor allem mit werthaltigen Projekten mehr zu wachsen als der Markt. Wir setzen dabei auf Märkte wie China und Südamerika und haben unser Geschäft in den vergangenen Jahren konsequent globalisiert. Hatten wir Ihnen vor drei Jahren auf der K-Messe noch die Investition in das Compoundier-Werk im indischen Jhagadia angekündigt, sind inzwischen die Produktionsstätten Porto Feliz in Brasilien und Gastonia in den USA hinzugekommen. Sie haben jeweils Compoundier-Kapazitäten von 20.000 Jahrestonnen. Die Anlage in Brasilien geht im zweiten Halbjahr in Betrieb. Darüber hinaus unterhalten wir schon seit längerem in Wuxi in China einen Compoundier-Betrieb, den wir in den letzten Jahren stetig ausgebaut haben. Nicht zu vergessen natürlich unsere Compoundier-Anlagen in Krefeld-Uerdingen und Hamm-Uentrop. Wir sind also mit unserer Produktion auf allen Kontinenten präsent und unseren internationalen Kunden wie Automobilherstellern und deren System- und Sublieferanten nah.

Natürlich müssen wir nicht nur unsere Produkte, sondern auch unser Know-how und unsere Serviceleistungen global zur Verfügung stellen, damit wir unsere Kunden lokal in ihren Projekten effektiv im Sinne von HiAnt® unterstützen können. Deshalb haben wir in den letzten Jahren weltweit unser Netzwerk an regionalen und lokalen Zentren zur Produkt- und Anwendungsentwicklung vergrößert und dichter geknüpft. Jüngstes Beispiel dafür ist das neue Asia Pacific Development Center in Hongkong. Es hilft seit April diesen Jahres Projektpartnern bei der Bauteilentwicklung und Markteinführung neuer Anwendungen. Das Center soll unser technologisches Drehkreuz für Kunden im asiatisch-pazifischen Raum werden.

Rückgrat unseres globalen Compoundier-Netzwerks ist Antwerpen. Von diesem Werk aus werden alle Compoundier-Betriebe mit Polyamid-Basisharz und Glasfasern versorgt. In Kürze werden wir in Antwerpen unsere Wertschöpfungskette bei strategisch wichtigen Vorprodukten weiter optimieren. Voraussichtlich im 3. Quartal 2014 geht dort mit einer Jahreskapazität von 90.000 Tonnen die weltgrößte Anlage zur Produktion von Polyamid 6 in Betrieb. Sie steht in unmittelbarer Nähe unserer Caprolactam-Anlage. Dieser Anlagenverbund verschafft uns allein schon durch seine Größe auch in Zukunft einen sicheren und wirtschaftlichen Zugriff auf unsere Rohstoffe. Vor allem trägt er dem globalen Ausbau unserer Geschäfte in den Wachstumsmärkten Rechnung. Wir gehen davon aus, dass wir in rund zwei Jahren über 80 Prozent der am belgischen Standort produzierten Vorprodukte für den Eigenbedarf zur Herstellung unserer Hightech Plastics verwenden werden.

Meine Damen und Herren, unser Investitionsfokus auf BRICS-Staaten wie z.B. China und Indien hat einen guten Grund. In diesen Ländern steigen Produktion und Absatz von Automobilen an. Eine stark wachsende Nachfrage nach Kunststoffen ist die Folge. Davon wollen wir profitieren. Gleichzeitig müssen die internationalen Automobilhersteller das Gewicht ihrer Fahrzeuge verringern, damit durch einen geringeren Kraftstoffverbrauch die CO2-Emissionen sinken. Leichtbaulösungen mit leichten Kunststoffen sind daher mehr gefragt denn je. Und wer könnte diese Aufgabe nicht besser erfüllen als unsere leichten Hightech Plastics! Schon in der Vergangenheit hat unsere Business Unit HPM in puncto Leichtbau Marksteine gesetzt – so zum Beispiel mit der Kunststoff-Metall-Verbundtechnologie mit Polyamid. Bis zu 50 Prozent Gewichtseinsparung konnten damit bei Frontends gegenüber reinen Metallkonstruktionen erzielt werden. Diese so genannte Hybridtechnik hat entscheidend dazu beigetragen, dass HPM in der Autoindustrie als erste Adresse in Sachen Leichtbau gilt.


Unsere Kompetenz im Leichtbau ist ein Pfund, mit dem wir künftig noch stärker wuchern können. Denn kürzlich haben wir die Bond-Laminates GmbH erworben – mit Tepex® ein herausragender und etablierter Hersteller und Anbieter von Endlosfaser-verstärkten Hochleistungsverbundwerkstoffen auf Thermoplast-Basis. Tepex® hat den entscheidenden Vorteil, dass es als einer der wenigen Hightech-Werkstoffe seiner Art einen festen Platz in der Großserienproduktion unterschiedlichster Bauteile erobert hat. Während sich die mehrheitlich duroplastischen Faserverbundwerkstoffe in der Regel nur für allenfalls mittlere Stückzahlen von 10.000 bis 40.000 Teilen pro Jahr eignen, können mit Tepex® Großserien mit weit über einer Millionen Bauteile wirtschaftlich gefertigt werden. Das ist ein Quantensprung! Zum Beispiel stellt der kanadischeSmartphone-Hersteller RIM für eines seiner neuen Blackberry-Modelle derzeit pro Monat über eine Million Akkugehäuse aus einem speziellen glasfaserverstärkten Tepex® her.

Die Akquisition von Bond-Laminates versetzt uns daher in eine Ausnahmeposition: Wir sind nun weltweit einer der wenigen Thermoplast-Hersteller, der aus einer Hand großserienerprobte Compounds und Hochleistungsverbundwerkstoffe mit zugehörigem anwendungstechnischen Know-how für die Massenfertigung von Leichtbauteilen anbieten kann. Tepex® eröffnet uns auch in anderer Hinsicht interessante Perspektiven. So verfügen wir mit ihm in vielen Fällen über eine leistungsstarke und wirtschaftliche Alternative zu Carbonfaser-verstärkten duroplastischen Leichtbaumaterialien. Eingesetzt anstelle von Metallblech wird es auch das Leichtbaupotenzial der Hybridtechnik noch einmal spürbar verbessern. Das haben erste Serienanwendungen bereits gezeigt. Es versteht sich von selbst, dass wir mit Tepex® und daraus abgeleiteten Verbünden besonders in den Wachstumsmärkten punkten wollen.

Wir haben vor der Akquisition schon länger erfolgreich mit Bond-Laminates zusammengearbeitet. Und damit komme ich zu den eingangs angekündigten Beispielen, die unsere Spitzenposition im Leichtbau belegen. Gemeinsam mit der ZF Friedrichshafen AG und anderen Partnern haben wir das weltweit erste mit Endlosglasfasern verstärkte und für die Fertigung in Großserie ausgelegte Pkw-Bremspedal aus Polyamid entwickelt. Es wird aus einer Variante von Tepex® und einem Polyamid 6 Durethan® in Hybridtechnik gefertigt und ist um rund 50 Prozent leichter als vergleichbare herkömmliche Bremspedale aus Stahl, aber dennoch mechanisch genauso belastbar. Lohn der Entwicklungsarbeit: Ende diesen Jahres wird das Bremspedal erstmals mit dieser Technologie in Premium-Fahrzeugen in Serie zum Einsatz kommen. Das ist umso mehr ein Erfolg, als Vollkunststoff-Bremspedale als Sicherheitsbauteile wegen der extrem hohen Anforderungen an die mechanische Belastbarkeit noch vor wenigen Jahren als ein Ding der Unmöglichkeit galten.

Nun zu einem weiteren Beispiel unserer Leichtbauexpertise, dem Frontendträger des neuen Skoda Octavia. Er besteht aus einem mit 60 Prozent Glasfasern hochverstärkten Durethan® – und zwar ausschließlich aus diesem Polyamid 6. Ich betone das deshalb, weil Wettbewerber bereits Frontendträger als Vollkunststoffteile angepriesen haben, die dann aber an besonders belasteten Bereichen doch nicht ohne verstärkende Metallbleche auskamen. Beim Frontend des Octavia, das von Faurecia gefertigt wird, ist das anders. Dort besteht auch der  zwischen den Kotflügeln befindliche obere Träger des Bauteils vollständig aus unserem Hochleistungspolyamid – und das, obwohl dieser Bereich durch das Schloss der Kühlerhaube mechanisch hoch belastet ist und wegen des kleinen Bauraums sehr filigran ausgelegt werden musste. Unser Polyamid spielt an dieser Stelle seine Stärken aus, nämlich seine ungewöhnlich hohe Steifigkeit und Festigkeit. Die Gewichtseinsparung kann sich sehen lassen. Im Vergleich zu einem virtuell entwickelten Träger aus einem Standard-Polyamid 6 mit 30 Prozent Glasfasergehalt ist der Frontendträger um 25 Prozent leichter.

Meine Damen und Herren, nicht dass Sie denken, wir können nur Leichtbau. HPM leistet auch an anderer Stelle innovative Beiträge zu „grüner“ Mobilität. Stichwort Motorraum: Dort steigen die Temperaturen unter anderem wegen neuer, kraftstoffsparender Motorkonzepte wie etwa kleinere Hubräume in Verbindung mit Turbo-Aufladung stark an. Das müssen unsere Polyamide abkönnen, die sich unter der Motorhaube als Material für luft- und medienführende Hohlkörper wie etwa Ladeluft- und Kühlwasserrohre etabliert haben. Mit XTS1 und XTS2 haben wir deshalb zwei neue Hightech-Systeme zur Hitzestabilisierung von Durethan® entwickelt. Sie erhöhen die Dauergebrauchstemperaturen dieser High Performance-Polyamide um 60 °C und mehr. Das ist ein gewaltiger Sprung in der Temperaturbeständigkeit, der vor wenigen Jahren noch undenkbar schien. Die Polyamide der XTS2-Reihe werden sogar Dauergebrauchstemperaturen von bis zu 230 °C überstehen. Unserer Kenntnis nach können die meisten derzeit kommerziell gängigen Hitzestabilisatoren da nicht mehr mithalten.

Abschließend möchte Ihnen noch kurz eine ganz andere Materialinnovation vorstellen. Es geht um Lichttechnik. Sie zeigt, dass wir über Mobilität hinaus auch andere globale Megatrends mit innovativen Produkten begleiten. Die wachsende Urbanität und der zunehmende Wohlstand lassen den Bedarf an künstlichen Lichtquellen steigen. Diese müssen aber vor allem wegen des Klimawandels energieeffizienter werden. Lichtemittierende Dioden, kurz LEDs, sind daher stark im Kommen. Für LED-Komponenten haben wir deshalb einen neuen Pocan® Polyestertyp entwickelt. Seine Lichtreflexion nimmt unter Wärme- und Lichteinfluss im Dauereinsatz kaum ab und bleibt mit Werten über 90 Prozent außergewöhnlich hoch. Wird er etwa zur Herstellung des LED-Gehäuses verwendet, sind die Verluste an LED-Licht sehr niedrig. Das Material ist eine wirtschaftliche Alternative zu teuren, hochschmelzenden Spezialpolyamiden. Diese haben zudem den Nachteil, auf Dauer zu vergilben, was die Lichtreflexion und damit die Helligkeit der LED verringert.

Meine Damen und Herren, alle diese Innovationsbeispiele sollen Ihnen vor allem eines verdeutlichen: Wir sind bestens gerüstet, unsere hervorragende Position auf allen wichtigen Märkten der Welt mit innovativen Produktlösungen weiter zu stärken und unser Geschäft mit dem Bau neuer Produktionsstätten weiter zu globalisieren. Unser Fokus liegt dabei auf den Wachstumsmärkten. Besonders dort wollen wir von unserer Ausnahmestellung als Premiumanbieter von Leichtbaulösungen für das Automobil profitieren, die wir mit Bond-Laminates noch einmal gestärkt haben. Von dieser Ausnahmestellung werden Sie künftig, da bin ich mir sicher, immer häufiger hören. Lernen Sie unsere Leichtbaukompetenz näher kennen! Schauen Sie auf der K bei uns vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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