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01. Juli 2013 | Reden

Pressekonferenz „Technology @ Work“: „Highend-Elastomere starten durch – mit LANXESS-Knowhow in die nächste Runde“

Aus den Ausführungen von Jan Paul de Vries, Leiter der Business Unit High Performance Elastomers der LANXESS AG

Meine Damen und Herren,

vor wenigen Jahren haben wir den hundertsten Geburtstag der Synthesekautschuke gefeiert. Seither bin ich oft gefragt worden, ob bei derart reifen Werkstoffen wie zum Beispiel Nitrilkautschuk oder Polychloropren heutzutage überhaupt noch Innovationen möglich sind.

Meine Antwort: Ja – definitiv! In den kommenden zehn Minuten werde ich Ihnen erläutern, wie man mit dem Know-how des Synthesekautschuk-Erfinders selbst lange etablierten „Arbeitstieren“ wie Nitril- und Polychloropren-Kautschuk neue, spannende Seiten abgewinnen kann. Denn unsere neuen Krynac- und Baypren-Typen können 2013 mit Eigenschaften aufwarten, die man von diesen Elastomeren bislang noch nicht kannte.

LANXESS – und die Business Unit High Performance Elastomers, die ich leite – setzen bereits seit längerem auf eine Specialty-Strategie. Wir sind nicht nur im Blick auf unsere Produktions-Kapazitäten in der Spitzengruppe der global aktiven Synthesekautschuk-Hersteller. Mit einem Portfolio von rund 60 verschiedenen NBR-Sorten zum Beispiel sind wir weltweit auch einer der vielseitigsten Anbieter von Nitril-Butadien-Kautschuk. Fünfzig Prozent der Produkte, die wir in unserer NBR-Anlage am Standort La Wantzenau, Frankreich, herstellen, sind bereits heute Spezialitäten! Sie lösen bei unseren Kunden Probleme, die mit Standard-NBR nicht angegangen werden können.

Elastomere sind bei uns nicht bloß Werkstoffe, sondern Problemlöser. An dieser Philosophie halten wir ganz bewusst fest.

Dabei setzen wir im Bereich NBR in Zukunft auf vier Säulen.

Erstens natürlich weiterhin auf neue Nitrilkautschuk-Varianten, die viele unserer Mitbewerber so schlicht nicht bieten können.

Zweitens: Auf besonders wirtschaftliche NBR-Typen, die wir mit Hilfe unserer hochmodernen kontinuierlichen Fertigungsverfahren besonders kostengünstig anbieten können.

Drittens sehr gezielt auf die weitere Diversifizierung unseres Portfolios, etwa durch maßgeschneiderte Custom Grades. Diese Produkte stellen besonders hochspezialisierte Lösungen dar für die Herausforderungen, vor denen unsere Kunden stehen.

Und schließlich auf neue, vielversprechende Baymod-Pulver-NBR-Typen für bislang vernachlässigte Anwendungen.

Was bedeutet das konkret? Ich will Ihnen einige Beispiele nennen.

Mit unserem neuen Krynac 4955 VP etwa verfügen wir seit kurzem über einen neuen, besonders öl- und gasbeständigen High-ACN-Nitrilkautschuk, der sich gegenüber vergleichbaren Varianten durch eine massiv gesteigerte Fließfähigkeit auszeichnet. Damit lassen sich zum Beispiel meterlange Pumpenstatoren deutlich leichter herstellen. Durch seine gute Metallhaftung eignet sich der Typ überdies zur Produktion besonders sicherer Hydraulikschläuche.

Mit Krynac XL 3355 VP haben wir seit 2013 einen neuen vorvernetzten NBR-Typen im Programm, der durch eine besonders glatte Oberfläche, eine geringe Spritzquellung und eine ausgezeichnete Greenstrength charakterisiert ist – ideal zum Beispiel für die Herstellung hochwertiger Dichtprofile. Durch unsere Conti-Produktion können wir diesen Typen sogar sehr günstig anbieten.

Unser neuer Pulver-NBR-Typ Baymod XL 33.61 schließlich wurde speziell für die PVC-Modifizierung entwickelt; er unterstützt die Fertigung von Formteilen mit besonders glatter Oberfläche und kann auf Grund seiner weichmachenden Eigenschaften dazu beitragen, problematische Phthalate aus dem Produkt zu verbannen.

Weitere Innovationen aus unserem NBR-Labor: Besonders feine Baymod-Varianten, die sich zum Beispiel in Bremsbelägen besser verteilen. Und neue, nicht vorvernetzte, lineare Baymod-Typen zur effektiven Herstellung von faserverstärkten Hochtemperatur-dichtungen, etwa für Zylinderköpfe, sowie neue Slow curing-Typen, etwa für den Formteil-Spritzguss.

Sie sehen also: Nitrilkautschuk ist alles andere als ein „alter“ Werkstoff.

Wir setzen daher konsequent auch auf den Ausbau unserer Produktionskapazitäten. Vor allem in Asien wollen wir gezielt weiter expandieren. Bereits 2010 haben wir mit der taiwanesischen TSRC Corporation ein Joint-Venture gegründet, an dem beide Partner zu gleichen Teilen beteiligt sind. Gemeinsam haben wir in Nantong, China, für insgesamt 39 Millionen Euro ein neues Werk zur Herstellung von zunächst rund 30.000 Jahrestonnen Nitrilkautschuk errichtet. Die neue Anlage – die modernste ihrer Art in Asien – hat ihre Produktion wie geplant im Mai des vergangenen Jahres aufgenommen.
An unserer Einschätzung des asiatischen Markts hat sich seither nichts geändert: Wir gehen für China nach wie vor von einem soliden Wachstum der NBR-Nachfrage aus. Sie wird hier vor allem von der Auto- und der Bauindustrie getrieben. Nitrilkautschuke von LANXESS helfen unseren Kunden im weltweit größten NBR-Markt, die Herausforderungen durch die zunehmende Urbanisierung und die schnell wachsende Mobilität erfolgreich anzunehmen.

Ähnlich unterschätzt wie beim NBR wurde lange Zeit die Innovations-Tauglichkeit eines anderen Synthesekautschuks, der mittlerweile ebenfalls auf eine über 50-jährigen Marktpräsenz verweisen kann: Polychloropren, von LANXESS seit Jahren mit konstantem, solidem Erfolg unter dem Namen Baypren vermarktet.

Auch in dieses Multitalent unter den Synthesekautschuken haben wir in den vergangenen zwei Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag investiert. Und haben in den kommenden Jahren noch viel damit vor. Wir glauben, dass in Baypren noch viel Musik steckt!

Derzeit rüsten wir unsere Baypren-Anlage in Dormagen – eine der größten weltweit – mit einer neuartigen Aufarbeitungsstufe aus, die die Potenziale dieses Werkstoffs auf ein neues Niveau heben wird. Durch unsere neue Technologie müssen wir bei der Polymerisation nicht mehr auf Einschränkungen Rücksicht nehmen, die die klassische Aufarbeitungsmethode den meisten Polychloropren-Anbietern auferlegt. Etwa was die Viskosität des Rohmaterials angeht. Dadurch können wir das Polymer von Anfang an besser auf neue Aufgaben zuschneiden.

Darüber hinaus eröffnet unser neues Verfahren ganz neue Möglichkeiten, den Werkstoff auch nach der Polymerisation noch zu modifizieren und an gesteigerte Anforderungen anzupassen – unter anderem, weil sich Additive nun besser im Rohprodukt verteilen.

Derzeit haben wir zwei neue Polychloropren-Produktfamilien in der Pipeline.

Erstens: Neue high performance Baypren-Typen, die wir in der neuen Produktklasse „Baypren HP“ zusammenfassen. Sie zeichnet sich durch Produkte mit neuen Eigenschaften aus, die man bisher im Markt nicht antrifft. Ein erstes Beispiel sind Typen mit herausragend geringer Mooney-Viskosität.

Die zweite neue Produktklasse wollen wir unter dem Namen „Baypren Green Finishing“ vermarkten. Bei den hier gebündelten Polychloropren-Varianten nutzen wir ganz konkret die ökologischen Vorteile, die unsere neue Aufbereitungstechnologie bietet. Die neuen Baypren Green Finishing-Typen lehnen sich an die bestehende Produktpalette an, zeigen aber Vorteile bei bestimmten Eigenschaften. Zum Beispiel im Blick auf ihr Vernetzungsverhalten.

Auch hier will ich Ihnen einige konkrete Beispiele nennen. Unsere neuen Low-Mooney-Bayprene HP M010 VP und HP M210 VP etwa lassen sich schneller extrudieren oder bei niedrigeren Temperaturen verarbeiten – beides spart Kosten. Polychloropren mit derartig geringen Viskositäten dürfte es weltweit nur bei LANXESS geben.

Baypren GF M02D VP und Baypren GF M22D VP lassen sich mit Methylthiazolidinthion, MTT, sehr schnell zu qualitativ besonders hochwertigen Vulkanisaten verarbeiten; davon dürfte vor allem der Spritzguss technischer Polychloropren-Formartikel profitieren. Nebenbei bieten wir damit Anwendern, die nach einer Alternative zum Vulkanisationsbeschleuniger Ethylenthioharnstoff, ETU, suchen, eine hochwertige Alternative. Bislang galt ETU gegenüber MTT als überlegen; unsere neuen Baypren-Typen bringen endlich auch mit MTT exzellente Ergebnisse.

Darüber hinaus zeichnen sich Baypren GF M02D VP und
Baypren GF M22D VP durch einen optimalen Kompromiss zwischen hohem Vernetzungstempo und guten Endeigenschaften für High-throughput-Anwendungen aus.

Aus einer Pilotanlage heraus bemustern wir unsere Kunden bereits seit einiger Zeit mit unseren neuen Baypren-Typen. Und stehen mit ihnen in enger Diskussion. Die ersten Feedbacks sind ausgesprochen positiv: Unsere Kunden begrüßen einhellig, dass der lange bewährte Werkstoff Polychloropren durch unsere neue Technologie endlich wieder neue Impulse erhält!

Derzeit gehen wir davon aus, dass wir die neuen „Bayprene“ ab dem vierten Quartal dieses Jahres auch im technischen Maßstab liefern können.

Die bisher erhältlichen Baypren-Typen wollen wir übrigens weiter im Programm behalten. Zugleich denken wir über weitere neue Varianten nach.

Auch bei unseren anderen Produkten, die ich bislang noch nicht erwähnt habe, setzen wir weiter auf stetige Innovation. So erkunden wir derzeit zum Beispiel, wie sich unser Polyethylen-Vinylacetat Levapren als Schlagzähmodifikator für Polymilchsäure eignet. Erste Untersuchungen belegen, dass gerade EVM-Typen mit mittleren Vinylacetat-Gehalten, mit denen die Mitglieder unseres Levapren-Portfolios aufwarten, besonders für diese Anwendung geeignet sind. Für unsere Mitbewerber sind diese EVM-Typen technisch nur schwer zugänglich.

Darüber hinaus arbeiten wir daran, die Flammschutz-Eigenschaften von PVC durch EVM-Beimischungen zu verbessern. Pulverförmiges Levapren ist sehr verträglich mit diesem polaren Werkstoff und könnte helfen, hohe Anteile anorganischer Flammschutzmittel in der PVC-Matrix zu binden. Obendrein dürften PVC/EVM-Blends mit weniger Weichmachern und Ölen auskommen.

Eine weitere spannende Anwendung, die wir derzeit untersuchen, ist die Produktion wiederverschließbarer Folien. Sie könnte sich durch Coextrusion mit unserem EVM-Elastomer Levamelt beschleunigen und damit wirtschaftlicher gestalten lassen.

Die Zeit arbeitet auch für Therban, unser alterungs- und hitzebeständiges Höchstleistungs-HNBR. Therban kommt zum Beispiel den immer weiter steigenden Anforderungen in der Gewinnung fossiler Brennstoffe sehr entgegen. Bohrungen in immer größere Tiefen erfordern Synthesekautschuke, die sich nicht nur durch eine hervorragende Öl- und Abriebbeständigkeit auszeichnen,  sondern auch höheren Temperaturen und aggressiven, sauren Medien unter hohem Druck standhalten. Mit Therban helfen wir unseren Kunden, die Öl-Exploration auf ein höheres Level zu heben.

Meine Damen und Herren, Sie sehen: Es bewegt sich wieder etwas in der Gummi-Welt! Ich hoffe, ich konnte Ihnen zeigen, dass man mit dem Know-how des Synthesekautschuk-Erfinders nicht nur per se innovationsstarke Elastomere an die Spitze bringen kann, sondern auch „reife“ Produkte erfolgreich verjüngen kann. Die Möglichkeiten, die sich zum Beispiel durch die neue Baypren-Aufarbeitungs-Technologie ergeben, sind derzeit noch gar nicht abzusehen.

Ohne Kautschuk geht es nicht. Und mit unseren neuen Synthesekautschuken wird vieles noch besser gehen. Rechnen Sie immer mit LANXESS-Kautschuken!

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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