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23. Mai 2013 | Reden

Hauptversammlung 2013

Aus den Ausführungen von Dr. Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG

Guten Morgen, meine Damen und Herren,

sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,


herzlich willkommen zu unserer ersten Hauptversammlung als DAX-30-Konzern.

Der Film hat es gezeigt:

LANXESS steht für Fortschritt und Veränderung.

LANXESS steht aber auch für Beständigkeit.

Die heutige Hauptversammlung beispielsweise ist die fünfte hier in der LANXESS arena.

Fünf Jahre sind wir bereits als Namensgeber der größten und erfolgreichsten Veranstaltungsarena Deutschlands aktiv.

Seit fünf Jahren steht die LANXESS arena für unser klares Bekenntnis zu NRW und zu unserem neuen Standort Köln.

Denn jetzt wird die Domstadt für uns noch wichtiger: Im Sommer beziehen wir hier unsere neue Zentrale.

Und auch dieser Schritt ist beides zugleich: ein Zeichen der Veränderung und ein Zeichen der Beständigkeit.

Die Entscheidung für Köln bedeutet: NRW ist und bleibt unsere Heimat – auch wenn wir mittlerweile an 50 Produktionsstandorten in über 30 Ländern tätig sind und unser Engagement weltweit weiter wächst.

Meine Damen und Herren, der Film hat auch gezeigt: LANXESS baut auf Bildung. Und das nun ebenfalls schon im fünften Jahr.

Mit unserer Bildungsinitiative wollen wir erreichen, dass sich noch mehr Kinder und Jugendliche für Chemie, für Mathematik, Physik und Biologie begeistern – und dass sie überhaupt die Chance dazu haben.

Deshalb fördern wir die Ausstattung von Schulen in naturwissenschaftlichen Fächern. Und das setzen wir auch im laufenden Jahr fort.

Dieses Engagement ist und bleibt fester Teil unserer unternehmerischen Verantwortung. Zum Nutzen derer, die wir fördern und zum Vorteil unseres Unternehmens und unserer Industrie. Denken Sie an den Fachkräftemangel hierzulande! Hier ist nicht nur die Politik gefordert. Hier müssen sich alle engagieren!

Und das tun wir. So haben wir bei LANXESS 2012 auch ein bundesweit bisher einmaliges Senior-Traineeprogramm gestartet – und bringen hochqualifizierte Experten auf diese Weise nach einer längeren Familienpause wieder zurück in den Beruf.

Das zeigt: Wir übernehmen unseren Teil der Verantwortung – auch und gerade dann, wenn die Zeiten mal schwieriger sind.  

Und das sind sie in diesem Jahr ohne Zweifel. Sie können das jeden Tag in den Wirtschaftsnachrichten sehen, hören und lesen.

Vor allem die Automobil- und Reifenindustrie in Europa – also zwei unserer wichtigsten Kundenindustrien – haben mit einem teilweise deutlichen Rückgang der Nachfrage zu kämpfen.

Spurlos geht das auch an uns nicht vorbei. Wir bei LANXESS sind nicht immun gegen derartige Nachfrageschwankungen.

Die Ergebnisse im ersten Quartal des laufenden Jahres haben das klar gezeigt.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2012 – dem bisher besten Quartal unserer Geschichte überhaupt – mussten wir einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen halbierte sich gegenüber dem Vorjahr auf 174 Millionen Euro. Das ist natürlich alles andere als erfreulich.

Grund dafür war die anhaltend schwache Nachfrage insbesondere aus der Automobil- und Reifenindustrie.

Hinzu kam der extrem lange Winter, unter dem die Bauindustrie in Europa und auch in den USA gelitten hat.

Aber, meine Damen und Herren: Wir bei LANXESS handeln so, wie Sie es von uns gewohnt sind: Schnell, entschlossen und zielgerichtet.

So passen wir unsere Kostenstruktur und unsere Produktionskapazitäten kontinuierlich an die Nachfrageentwicklung an. Basis dafür ist unverändert unser flexibles Anlagen- und Kostenmanagement.

Im Segment Performance Polymers beispielsweise haben wir Anlagen zeitweise stillgelegt, um den momentanen Nachfragerückgang auszugleichen.

Zudem reduzieren wir unser Investitionsbudget für 2013 von bislang geplanten 650 bis 700 Millionen Euro auf rund 600 Millionen Euro.

Zusätzlich planen wir jetzt unter anderem Maßnahmen im Segment Performance Chemicals. Diese sind jedoch nicht auf kurzfristige Einsparungen ausgelegt. Vielmehr sollen sie mittel- und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der internationalen Standorte steigern.

Und auch in unserer Finanzpolitik steuern wir weiter den Kurs höchstmöglicher Solidität. Im vergangenen Jahr haben wir das niedrige Zinsumfeld genutzt und uns durch neue Anleihen mit 10- und 15-jähriger Laufzeit eine sehr langfristige und robuste Finanzierungsstruktur geschaffen.

Auf diese Weise ist auch künftiges Wachstum bereits heute verantwortungsvoll finanziert. Wir stellen sicher, dass Sie, unsere Investoren, weiter auf LANXESS vertrauen können – nicht zuletzt auch durch ein stabiles Investment Grade Rating.

Das alles zeigt, meine Damen und Herren:

Wir warten nicht – wir handeln.

So wie bisher. Und so, wie es sich bewährt hat.

Für das zweite Quartal erwarten wir eine leichte Verbesserung des Geschäfts. Die Nachfrageschwäche aus der Reifen- und Automobilbranche hält an, doch der Abbau der Lagerbestände bei unseren Kunden schwächt sich ab.

Wir gehen derzeit davon aus, dass das EBITDA vor Sondereinflüssen über dem der ersten drei Monate, aber unter 220 Millionen Euro liegen wird. Für die eben genannten zusätzlichen Maßnahmen im Segment Performance Chemicals rechnen wir mit Sondereinflüssen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Das Marktumfeld bleibt schwach und volatil. Vorhersagen sind derzeit schwierig. Dennoch gehen wir für das zweite Halbjahr von einer konjunkturellen Verbesserung der Geschäftslage aus. Asien mit Schwerpunkt China wird sich deutlich besser entwickeln, während die Marktbedingungen in Europa weiterhin schwierig bleiben.

Unsere Zuversicht basiert insbesondere auf den Erwartungen wichtiger Kunden zum Beispiel aus der Reifenbranche.

Im Bereich Agrochemikalien gehen wir von einer weiterhin guten Nachfrage aus. Zudem erwarten wir eine moderate Erholung in der Bauindustrie.

Insgesamt rechnen wir im Gesamtjahr 2013 nun mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen von unter einer Milliarde Euro.

An unseren mittelfristigen Zielen halten wir aber aus heutiger Sicht unverändert fest: An einem EBITDA von 1,4 Milliarden Euro im nächsten Jahr und von 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2018.

Denn, meine Damen und Herren, LANXESS ist nach wie vor strategisch richtig aufgestellt – mit unserem strikten Fokus auf die aufstrebenden Volkswirtschaften und mit unseren innovativen Produkten.

Und auch die Megatrends, auf denen unser Geschäftsmodell basiert, sind weiterhin intakt: Urbanisierung, Landwirtschaft, Wasser und Mobilität. Diese Themen treiben auch zukünftig das weltweite Wachstum.

Und wir werden weiterhin von diesem Wachstum profitieren. Denn wir können diese Trends mit unseren Premium-Produkten und unserem Know-how hervorragend bedienen.

Nehmen Sie das Beispiel Urbanisierung: Immer mehr Menschen leben weltweit in Städten. Häuser und Straßen müssen gebaut werden. Weiterer Wohnraum sowie tausende und abertausende neue Büros entstehen.

Wir bei LANXESS verfügen bereits heute über zahlreiche Produkte und Lösungen, die das Leben in Städten komfortabler, sicherer und gesünder machen.

Denken Sie nur an unsere umweltfreundlichen Produkte für die Bauindustrie, angefangen bei unseren anorganischen Eisenoxid- und Chromoxidpigmenten für Farben bis hin zu Kautschuken für Bodenbeläge.

Ähnlich erfolgreich und fokussiert sind wir beim Thema Landwirtschaft, einem weiteren Megatrend. Unsere Produkte helfen zuverlässig, Ernten zu sichern und Anbauflächen noch effizienter zu bewirtschaften.

Das wird immer wichtiger. Schließlich wächst die Weltbevölkerung weiter. Damit steigt auch der Bedarf an Nahrungsmitteln. Und das bei insgesamt schrumpfenden Nutzflächen in der Landwirtschaft.

LANXESS ist darauf bestens vorbereitet. So ist unsere Business Unit Saltigo dank ihrer Neuausrichtung auf den Bereich Landwirtschaft oder „Agro“ nun strategisch noch besser aufgestellt. Wir haben den weltweit größten Chemiespezialisten für besonders anspruchsvolle Produkte geschaffen. Nämlich: Maßgeschneiderte Wirkstoffe und Bausteine für Agrochemikalien, ohne die die wachsende Weltbevölkerung schon heute nicht zu ernähren wäre.

Gerade in jüngster Zeit hat sich dieses Geschäft als stabilisierender Faktor für uns erwiesen. Derzeit profitiert Saltigo insbesondere beim Neugeschäft von einer anhaltend positiven Konjunkturentwicklung. Denn die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten wächst weiterhin.

Allein in den ersten Monaten dieses Jahres hat Saltigo mehrere wichtige Neuprojekte akquiriert. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass LANXESS mit Saltigo bestens aufgestellt ist. Denn dieser Erfolg geht nicht nur auf Rechnung der Konjunkturentwicklung. Es ist vielmehr so, dass wir uns mit Saltigo zur rechten Zeit strukturell genau richtig positioniert haben: Als zuverlässiger Partner und Zulieferer in der Agroindustrie.

Das jahrzehntelang erworbene Chemie-Know-how sowie die Branchenerfahrung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die strikte Kundenorientierung, höchste Präzision, Termintreue und Liefersicherheit, aber auch der Einsatz von ressourcen- und umweltschonenden Prozessen – das alles zahlt sich aus und treibt das Wachstum in diesem Bereich.

Gut unterwegs ist auch die Business Unit Advanced Industrial Intermediates. Diese BU ist einer der weltweit wichtigsten Anbieter für qualitativ hochwertige Industriechemikalien, die man unter anderem als Vorprodukte in der Agroindustrie benötigt. Zudem kamen aus der Aromenindustrie zuletzt starke Impulse für unser Geschäft.

Insgesamt bleiben die Agrowirkstoffe für LANXESS ein interessantes Wachstumssegment. Und wir werden auch künftig in diesen Bereich investieren: alleine in der Business Unit Saltigo in Leverkusen bis 2015 insgesamt bis zu 100 Millionen Euro.  

Beim Megatrend Wasser sehen wir ebenfalls gute Chancen für weiteres Wachstum. Denn: Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht – und doch hat rund eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Mit unseren Produkten und unserem Wissen leisten wir einen wichtigen Beitrag, um dies zu ändern.

So können wir heute bereits sehr zuverlässig Schwermetalle und Nitrate, Pestizide und Krankheitserreger aus verunreinigtem Wasser entfernen.

Der vierte Megatrend schließlich heißt: Mobilität. Immer mehr Menschen wünschen sich individuelle Bewegungsfreiheit. Immer mehr Menschen, insbesondere in Asien, kaufen sich ein Auto. Die Anzahl der Autos steigt rapide: Im Jahr 2050 werden weltweit rund 2,5 Milliarden auf den Straßen unterwegs sein, also mehr als doppelt so viele wie heute!

Und weil das Menschen eben nicht nur mobiler macht, sondern zugleich neue Probleme im Hinblick auf Klima und Umwelt schafft, setzen wir bei LANXESS weiter auf das Thema „Grüne Mobilität“. Sie ist und bleibt für uns ein enorm wichtiges Wachstumsfeld.

Schon 2012 haben wir rund 20 Prozent unseres Umsatzes mit Produkten erzielt, die eine nachhaltigere Mobilität ermöglichen.

Besonders mit Hightech-Kunststoffen für den Leichtbau in der Automobilindustrie und der Luftfahrt sowie mit unseren Hochleistungs-Kautschuken für die „Grünen Reifen“ leisten wir einen wichtigen Beitrag, damit die Mobilität der Zukunft effizienter und umweltfreundlicher wird.

Denn, meine Damen und Herren, „Grüne Reifen“, also Reifen aus Hochleistungs-Kautschuken, verringern den Rollwiderstand und senken so den Kraftstoffverbrauch um 5 bis 7 Prozent und damit auch den CO2-Ausstoß. Sie sind derzeit die einzig verfügbare Technologie, um Autos ohne konstruktive Veränderungen umweltfreundlicher zu machen – und das gilt für Neuwagen ebenso wie für Gebrauchtwagen.

Würden alle motorisierten Fahrzeuge in Europa auf „Grünen Reifen“ rollen, dann wäre das ein enormer Beitrag zum Klimaschutz.

Auch die Politik hat dieses Potenzial erkannt. In Europa und in Südkorea müssen neue Reifen jetzt eine Kennzeichnung tragen. Daran sind Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit einfach und klar abzulesen – ähnlich wie wir das schon seit vielen Jahren zum Beispiel von Kühlschränken kennen.

Und auch in vielen anderen Ländern und Regionen stehen solche Verordnungen vor der Einführung: zum Beispiel in Brasilien. In Japan gibt es bereits eine freiwillige Regelung der Reifenhersteller.

In China gewinnt das Thema durch neue politische Initiativen ebenfalls weiter an Bedeutung: Bis 2015 soll dort bereits ein Viertel der inländischen Pkw-Reifenproduktion auf „Grüne Reifen“ entfallen.

Und klar ist natürlich: Eine solche Kennzeichnungspflicht wird mittelfristig dazu beitragen, dass der Absatz „Grüner Reifen“ weiter steigt – und damit die Nachfrage nach unseren Hochleistungs-Kautschuken!

Denn auch die Endverbraucher interessieren sich immer mehr für „Grüne Reifen“. Der Erfolg unserer Spritspar-App, die wir 2012 zum Herunterladen auf Smartphones sowie als Rechner im Internet eingeführt haben, stellt das eindrucksvoll unter Beweis: Rund 215.000 Konsumenten haben davon bisher Gebrauch gemacht.

Mit wenigen Eingaben können sie ermitteln, welche Einsparungen beim Spritverbrauch ganz konkret für ihr Auto möglich wären, wenn sie die konventionellen Reifen durch „Grüne Reifen“ ersetzen.

Ich lade Sie herzlich ein, den Spritspar-Rechner draußen im Foyer einmal selbst auszuprobieren. Unsere Experten stehen Ihnen dort gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.

Sie finden dort zudem noch viele weitere Informationen – unter anderem zum Thema „Grüne Reifen“, zum Leichtbau, zur Energie-Effizienz unserer Anlagen in aller Welt oder zu unserem Umzug nach Köln.

Meine Damen und Herren, nicht nur die „Grünen Reifen“ sind ein wichtiges Wachstumsfeld. Auch der Markt für Leichtbaumaterialien ist für uns ein zentraler Wachstumsmarkt.

Aktuellen Prognosen zufolge wird er bis 2030 weltweit von derzeit rund 70 Milliarden Euro auf mehr als 300 Milliarden Euro wachsen. Und LANXESS profitiert von diesem Wachstum!

Unsere Hightech-Kunststoffe und Verbundmaterialien kommen schon heute in vielen Autos zum Einsatz – Tendenz steigend. Insgesamt führen sie zu einer deutlichen Gewichtsreduktion. Und leicht ist eben einfach besser, denn weniger Gewicht bedeutet weniger Verbrauch und weniger Emissionen!

Hinzu kommt: Mit modernen Leichtbaumaterialien werden neue Autos zugleich noch sicherer und die Produktion wird noch umweltfreundlicher. Denn: Die Verformungseigenschaften der Leichtbauteile sind noch günstiger als bei entsprechenden Teilen aus Metall. Zudem wird in der Fertigung weniger Energie benötigt.

Beim Fahrzeug selbst lässt sich mit unseren Produkten und Technologien im Durchschnitt mehr als ein Zentner Gewicht pro Fahrzeug einsparen. Das entspricht rund drei bis vier Prozent weniger Kraftstoffverbrauch. Und die CO2-Emissionen sinken pro 100 Kilometer um mehr als ein halbes Kilogramm.

Besonders wichtig ist das gerade auch mit Blick auf den Zukunftsmarkt Elektromobilität. Denn die Batterien an Bord eines Elektroautos sind deutlich schwerer als ein herkömmlicher Verbrennungsmotor – zusätzliches Gewicht reduziert allerdings wieder die ohnehin noch vergleichsweise geringe Reichweite.

Leichtbau ist auch hier die Lösung: Jedes eingesparte Kilogramm vergrößert die Reichweite!

Meine Damen und Herren, 
neben den Technologien ist es für uns wichtig, uns auf die großen Wachstumsregionen zu konzentrieren. Denn von dort werden auch künftig die wichtigsten Impulse für unsere Geschäfte kommen – ganz besonders natürlich aus den BRICS-Staaten, insbesondere aus Brasilien, Indien und China.

In Asien erweitern Automobilhersteller wie BMW oder Audi zurzeit ihre Kapazitäten oder planen neue Werke. Allein der VW-Konzern will in China bis 2018 sieben neue Werke bauen und die Kapazitäten dort fast verdoppeln.

Und auch die Reifenindustrie setzt auf langfristiges Wachstum: Für den Raum Asien-Pazifik rechnet sie in den nächsten Jahren mit einem jährlichen Zuwachs von rund 7 bis 8 Prozent.  

Ganz ähnlich stellt sich die Situation in Brasilien dar: Das fünfgrößte Land der Erde ist für uns der zweitwichtigste Markt in Amerika nach den USA – mit einem enormen Potenzial gerade bei der Mobilität. Denn auch hier gilt: Immer mehr Menschen der wachsenden Mittelschicht können sich ein Auto leisten.

Vor allem ist der lateinamerikanische Markt – nach dem asiatischen – weltweit derjenige mit der größten Nachfrage nach „Grünen Reifen“. Und wir können diese Nachfrage bedienen, weil wir die richtigen Produkte und Lösungen anbieten – und zwar vor Ort, aus eigenen Produktionsanlagen.

Das alles sind gute Aussichten. An unserem strategischen Fokus gerade auf Asien halten wir deshalb fest. Und engagieren uns:

So weihen wir Anfang Juni unsere neue Anlage zur Produktion von Butylkautschuk in Singapur ein. Insgesamt haben wir rund 400 Millionen Euro in das hochmoderne Werk mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen investiert. Die kommerzielle Produktion läuft im dritten Quartal an.

An dieser Stelle möchte ich mich beim gesamten Projektteam bedanken – denn, meine Damen und Herren, wir haben dieses bislang größte Investitionsprojekt in der Geschichte von LANXESS im Zeitplan sowie im Kostenbudget umgesetzt. Auf der Baustelle waren zeitweise mehrere tausend Experten in multinationalen Teams gleichzeitig im Einsatz. Das war wirklich eine Höchstleistung!

Ebenfalls in Singapur haben wir bereits im September des vergangenen Jahres den Grundstein gelegt für die weltweit größte Anlage zur Produktion von Neodymium-Kautschuk.

Dieser Kautschuk dient zur Herstellung „Grüner Reifen“. Und das heißt: Mit der neuen Anlage können wir die wachsende Nachfrage auf dem asiatischen Markt in Zukunft also noch besser bedienen.

Neben den Wachstumsregionen und den Megatrends ist und bleibt unser Portfolio der dritte Erfolgsfaktor für eine gute Zukunft von LANXESS. Es ist gut ausbalanciert: Insgesamt macht der Mobilitätsbereich mit synthetischen Kautschuken und Kunststoffen rund 40 Prozent unseres Umsatzes aus. 60 Prozent erzielen wir zudem mit unseren Basis-, Funktions- und Spezialchemikalien.

In jedem Fall verfügen wir über die richtigen Produkte, die technologisch führend und zugleich nachhaltig sind. Das heißt: Es sind Produkte, die wiederum die Produkte unserer Kunden besser machen und die zugleich Abgase reduzieren, Energie einsparen, die natürlichen Ressourcen schonen und unsere Umwelt schützen.

Dank unseres breiten Portfolios, unserer Produkte und Technologien, unseres strikten Fokus auf die Wachstumsregionen und auf die wichtigen globalen Megatrends sind wir ausgezeichnet positioniert.

Auch im Geschäftsjahr 2012 haben wir auf diese Weise erneut ein Rekordergebnis erzielt. 2012 war sogar unser bislang stärkstes Jahr.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg auf mehr als 1,2 Milliarden Euro. Das war das bislang beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte.

Die EBITDA-Marge verbesserten wir ebenfalls – und zwar von 13,1
Prozent auf 13,5 Prozent.

Auch den Umsatz haben wir erneut gesteigert – von 8,8 Milliarden auf 9,1 Milliarden Euro.

Das entspricht einem Plus von vier Prozent.

Beigetragen haben zu diesem Wachstum alle Segmente. Erfreulich war dabei insbesondere die Entwicklung des Segments Advanced Intermediates. In diesem Bereich führte die anhaltend hohe Nachfrage nach Agrochemikalien zu einem Umsatzplus von mehr als acht Prozent.  

Wichtigstes Segment war Performance Polymers, also unser Geschäft mit Kautschuken und Kunststoffen.

2012 haben wir hier den Umsatz um 2,3 Prozent ausgeweitet. Insbesondere das vor zwei Jahren übernommene Keltan-EPDM-Geschäft leistete einen spürbaren Beitrag zur Verbesserung.

Das Segment Performance Chemicals, also unsere Geschäfte mit Prozess- und Funktionschemikalien, weitete seine Umsätze 2012 ebenfalls aus. Das Umsatzplus lag bei 3,4 Prozent.

Stärkste Regionen waren Nordamerika und Asien/Pazifik. Wir haben die Umsätze dort jeweils um rund zehn Prozent gesteigert. In allen übrigen Absatzregionen lag der Umsatz auf Vorjahresniveau.

Der Konzerngewinn insgesamt erreichte mit 514 Millionen Euro ebenfalls einen neuen Höchstwert.

Und auch 2012 haben wir an unserer bewährten Wachstumsstrategie festgehalten: an einer gesunden Mischung aus organischem und externem Wachstum.

Darüber hinaus setzen wir weiterhin auf Innovation.

Daher haben wir im vergangenen Jahr den Anteil für Forschung und Entwicklung an den Gesamtausgaben weiter erhöht – auf 192 Millionen Euro nach 144 Millionen im Jahr zuvor.

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich verdoppelte sich verglichen mit 2008 auf rund 850.  

Meine Damen und Herren, auch Sie, die Aktionärinnen und Aktionäre, sollen von der guten Entwicklung unserer Geschäfte im vergangenen Jahr profitieren.

Wir schlagen der Hauptversammlung deshalb heute die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1 Euro pro Aktie vor. Das sind 18 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Möglich ist diese Steigerung vor dem Hintergrund einer deutlichen Ergebnisverbesserung im vergangenen Jahr. Diese wäre jedoch undenkbar ohne das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihnen gilt an dieser Stelle – auch im Namen meiner Vorstandskollegen – mein ganz besonderer Dank!

Richtig ist aber auch: Wachsender wirtschaftlicher Erfolg ist immer mit wachsender Verantwortung verbunden.

Als Unternehmen stellen wir uns dieser Verantwortung – sei es im sorgsamen Umgang mit der Umwelt oder im Bezug auf gesellschaftliche Entwicklungen.

Überall dort, wo wir tätig sind, achten wir darauf, möglichst nachhaltig zu produzieren und uns gesellschaftlich zu engagieren.

So haben wir uns im vergangenen Jahr erneut zu den Prinzipien des Global Compact bekannt. Das ist die weltweit größte Initiative der Vereinten Nationen für nachhaltiges Unternehmertum.  

Wie erfolgreich wir in puncto Nachhaltigkeit unterwegs sind, zeigen nicht zuletzt bedeutende Auszeichnungen, die wir in jüngster Zeit erhalten haben:

  • So sind wir sehr stolz darauf, dass LANXESS im deutschsprachigen Raum zu den besten Unternehmen gehört, wenn es um die Berichterstattung zum Klimaschutz geht.
  • Das gilt auch für die Arbeitsbedingungen. Branchenweit sind wir hier führend. 2012 erhielten wir für unser Engagement den renommierten „Kölner Chemie Preis“.
  • Besonders freut mich, dass die leitenden Angestellten von LANXESS ihr Unternehmen in einer branchenweiten Umfrage zum Unternehmen mit den besten Arbeitsbedingungen in der deutschen Chemieindustrie gewählt haben. Zur Erinnerung: Gestartet sind wir 2005 als Schlusslicht in der Branche.
  • Und auch in China wurden wir im vergangenen Jahr erneut ausgezeichnet: für unser langfristiges Engagement für Kultur und Gesellschaft.


Sie sehen an diesen Beispielen: Wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Handeln – das gehört bei LANXESS zusammen!

Wir stehen auch weiterhin zu unserer Verantwortung und für Verlässlichkeit. Und zwar weltweit.

Meine Damen und Herren, 2013 ist bisher ein herausforderndes Jahr. Allerdings gehen wir davon aus, dass die momentane Nachfrageschwäche von temporärer Natur ist.

Und wie ich eingangs schon ausgeführt habe, reagieren wir schnell, entschlossen und zielgerichtet

  • mit unserem flexiblen Anlagen- und Kostenmanagement,
  • mit einer Anpassung unseres Investitionsbudgets für das laufende Jahr sowie
  • mit Maßnahmen im Segment Performance Chemicals.

 

Meine Damen und Herren, unser Unternehmen ist strategisch sehr gut aufgestellt:

  • mit den richtigen Produkten;
  • mit einem breiten Portfolio und
  • dem Fokus auf die wichtigen Megatrends und die großen Wachstumsregionen dieser Welt.


Herzlichen Dank!  

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.