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17. März 2010 | Reden

Bilanzpressekonferenz am 17. März 2010 in Köln

Aus den Ausführungen von Matthias Zachert, Finanzvorstand der LANXESS AG

(Es gilt das gesprochene Wort)



Sehr geehrte Damen und Herren,


auch ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer diesjährigen Bilanzpressekonferenz. 


Wie Herr Heitmann bereits erläuterte, hat uns das vergangene Geschäftsjahr vor große Herausforderungen gestellt. Der schweren weltweiten Rezession konnte sich auch LANXESS nicht entziehen. Von zentraler Bedeutung war es deshalb gerade in diesen herausfordernden Zeiten, mit den richtigen Maßnahmen früh und zielgerichtet gegenzusteuern. 


Mit Blick auf unsere Finanzkennzahlen und die Entwicklung unserer Geschäftsbereiche kann ich heute sagen, dass wir bei LANXESS die Krise gut gemeistert haben. 


Das möchte ich Ihnen für das Geschäftsjahr 2009 nun im Einzelnen näher erläutern.



LANXESS erzielte im Jahr der weltweiten Rezession einen Umsatz von über 5 Milliarden Euro, was einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr entspricht. 


Unser Ergebnis - EBITDA vor Sondereinflüssen - erreichte in 2009 die Höhe von 465 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen betrug im Krisenjahr solide 9,2 Prozent und liegt damit letztlich nur 1,8 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert von 2008. Wir haben mit diesem Ergebnis auch in einem äußerst schwierigen Umfeld wirtschaftliche Stärke und Margen-Stabilität gezeigt.


Erfreulich ist zudem, dass wir in diesem schwierigen Jahr weiterhin ein positives Konzernergebnis erzielen konnten, das  bei 40 Millionen Euro lag, was selbst in dem guten wirtschaftlichen Umfeld der Jahre 2004 und 2005 für LANXESS noch nicht möglich war und daher den Erfolg der Transformation unterstreicht. 


Ferner möchte ich anhand von diesem Chart insbesondere die Entwicklung unserer Nettofinanzverschuldung hervorheben. Im Jahr 2009 haben wir diese auf 794 Millionen Euro reduzieren können, nachdem sie im Vorjahr noch bei 864 Millionen Euro lag. Das ist uns trotz der zwei Übernahmen in Indien und China und trotz eines schwierigen Marktumfeldes gelungen. 

 


Es wird aber auch deutlich, dass das Jahr der Krise unsere Umsätze sozusagen auf den Kopf stellte. In den Jahren zuvor präsentierten wir Ihnen bislang immer ein starkes 1. Quartal und ein 4. Quartal, das aufgrund der Saisonalität unserer Produkte am schwächsten ausfiel. Im Jahr 2009 war hier der Verlauf genau umgekehrt. Gerade die letzten beiden Quartale haben sich dabei sehr gut entwickelt. 


Diese Erholung in der 2. Jahreshälfte soll und kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Auswirkungen der Wirtschaftskrise vor allem in Europa und Nordamerika weiterhin deutlich spürbar sind. Deshalb können wir nicht auf eine anhaltend positive Geschäftsentwicklung wie im 4. Quartal 2009 setzen, sondern müssen die gute und stabile Aufstellung von LANXESS auch weiter aus eigener Kraft vorantreiben. Deshalb werden und müssen wir die eingeleiteten Maßnahmen gegen die Krise im Rahmen unseres „Challenge-“Programms unverändert fortsetzen. Mit dem Programm wollen wir die Kosten bis 2012 um 360 Millionen Euro senken. Alleine im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir hierdurch 170 Millionen Euro einsparen.



Kommen wir nun zur Ertragslage des Konzerns.


Hier zeigt sich, dass wir 2009 einen Umsatzrückgang von 23 Prozent hinnehmen mußten. Dieser basiert im Wesentlichen auf einem krisenbedingten Nachfragerückgang von 15 Prozent. Der rückläufige Produktpreis reflektiert im Wesentlichen die ebenfalls deutlich gefallenen Rohstoffkosten, die nach einem drastischen Anstieg in 2007 und 2008 genauso schnell wieder in den ersten Monaten des Jahres 2009 fielen - und in fast allen Industrien zu einer Verstärkung des Lagerabbaus geführt haben. Die leicht positiven Währungs- und Portfolioeffekte konnten die rückläufige Nachfrage nicht kompensieren. 


Wie flexibel LANXESS reagiert hat, erkennen Sie insbesondere bei dem Verlauf der Kostenpositionen. So konnten wir die Produktionskosten sowie Vertriebs- und Verwaltungskosten erfolgreich an den krisenbedingten Rückgang der Nachfrage anpassen und um rund 23 Prozent bzw. 18 Prozent reduzieren. Dies war einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren dafür, dass wir im zweiten Halbjahr 2009 so schnell wieder zu einem höheren Profitabilitätsniveau zurückgekehrt sind.


Trotz der Wirtschaftskrise haben wir uns in 2009 weiterhin auf die Forschung und Entwicklung hochwertiger innovativer Produkte konzentriert, um in den wichtigen Wachstumssegmenten auch in Zukunft erfolgreich aufgestellt zu bleiben. Unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen deshalb in 2009 um 4 Prozent auf 101 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. 


Auch unsere Bilanzkennzahlen lassen sich zeigen. Denn die wesentlichen Kennziffern geben ein solides Bild ab: 

So ist das Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr angestiegen, der Verschuldungsgrad von ca. 64 Prozent auf 55 Prozent gefallen und die Nettoverschuldung von 864 Millionen Euro um 8 Prozent auf 794 Millionen Euro zurückgegangen. Auch dies zeigt, dass wir uns in einem sehr schwierigen Umfeld gut bewährt haben.  



Meine Damen und Herren, 

Ein zentrales Thema in der Finanzkrise war sicherlich die Liquidität und angesichts der höheren Staatsverschuldungen, die gegenwärtig in der Öffentlichkeit diskutiert werden, bleibt dieses Thema sicher auch weiterhin aktuell. 


Wir haben uns hierauf bereits sehr frühzeitig eingestellt und 2009 unsere finanzielle Flexibilität weiter verbessert. Zu den wesentlichen Maßnahmen zählen die erfolgreiche Platzierung einer Anleihe im Frühjahr mit einem Volumen von 500 Millionen Euro und einer Laufzeit von 5 Jahren. Diese diente zur allgemeinen Stärkung unserer langfristigen Liquidität. Hinzu kommt die Refinanzierung mit einem weiteren Bond in Höhe von 200 Millionen Euro, den wir im Herbst platzierten, und mit dem wir bestehende Finanzverbindlichkeiten abgelöst haben. Dieser Bond wurde mit einer 7-jährigen Laufzeit begeben. Beide Platzierungen haben deutlich gezeigt, dass LANXESS am Kapitalmarkt emissionsfähig ist und gut ankommt. Insgesamt konnten wir durch die Anleihen das Fälligkeitsprofil des Konzerns verbessern und eine deutliche Liquiditätsreserve schaffen, um einerseits unabhängig von der Volatilität des Kapitalmarkts zu sein und um andererseits auch die Abhängigkeit von Banken zu reduzieren.


LANXESS verfügt heute über ein gutes Finanzierungsportfolio und Fälligkeitsprofil. Zum Stichtag 31. Dezember 2009 steht uns ein Liquiditäts- und Kreditvolumen in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro, inklusive einer ungenutzten Kreditlinie in Höhe von 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Unsere Finanzierungsstruktur weist damit bis 2012 keinen größeren Refinanzierungsbedarf auf und wir können somit gezielt den weiteren Ausbau unseres Geschäfts finanzieren.


Auch der Cash Flow des Konzerns zeigt, dass wir in einem herausfordernden Umfeld gut bestanden haben. So konnten wir den operativen Cashflow gegenüber dem Vorjahr um 14,8 Prozent auf 565 Millionen Euro verbessern. Positiv auf den Cashflow ausgewirkt hat sich hierbei insbesondere ein striktes Working Capital Management, also das aktive Management von ausstehenden Kundenforderungen und unserer Lagerbestände. 


Bezogen auf unsere Investitionen sind wir 2009 sehr umsichtig und gezielt vorgegangen und haben angesichts der Wirtschaftskrise wichtige Investitionen verschoben und unsere Investitionsentscheidungen damit den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Die Schwerpunkte lagen 2009 in Erweiterungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen.  Insgesamt investierten wir 275 Millionen Euro. Im laufenden Jahr sehen wir zur Fortsetzung unserer gezielten Wachstumsstrategie Investitionen zwischen 400 und 430 Millionen Euro vor. 



Meine Damen und Herren, nachdem Ihnen Herr Heitmann bereits die wesentlichen Kennzahlen unserer Segmente dargestellt hat, möchte ich hier gerne noch auf einige Details der Segmententwicklung eingehen. 


Aufgrund der schwierigen Marktbedingungen konnten die Umsätze und Ergebnisse in allen Segmenten nicht auf Vorjahresniveau gehalten werden. 


Der genannte Umsatzrückgang im Segment Performance Polymers von insgesamt 27,2 Prozent war insbesondere auf den Rückgang der Verkaufspreise um rund 20 Prozent zurückzuführen, zu dem es aufgrund deutlich niedrigerer Rohstoffkosten kam. Die Mengen lagen in diesem Segment um 11,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. 


Durch die Nachfragebelebung in der zweiten Jahreshälfte konnten im Segment Performance Polymers ab diesem Zeitpunkt wieder steigende Verkaufspreise erzielt werden. Denn vor allem in den letzten Wochen des abgelaufenen Geschäftsjahres haben hier die Entwicklung in den asiatischen Ländern und die hohe Nachfrage nach Winterreifen in Europa und Nordamerika das Kautschuk-Geschäft getrieben. Hinzu kamen positive Währungseffekte von rund 2 Prozent und Portfolioeffekte in gleicher Höhe, die sich aufgrund der Akquisition von Petroflex im Jahr 2008 ergaben. 


Die EBITDA-Marge konnten wir trotz des insgesamt schwierigen Umfelds im zweistelligen Prozentbereich halten. 


Im Segment Advanced Intermediates sank der Umsatz um 15,7 Prozent insbesondere aufgrund des Rückgangs der Absatzmengen um 12,4 Prozent sowie gesunkener Verkaufspreise von 5,9 Prozent. Positive Währungseinflüsse wirkten leicht kompensierend auf den Umsatzrückgang. Zudem ergab sich aus der Einbeziehung der Umsätze der erfolgreich akquirierten Geschäfte von Gwalior und Jiangsu ein positiver Portfolioeffekt von 1,3 Prozent. 


Das Ergebis des Segments ging um 32 Millionen Euro zurück. Die EBITDA-Marge zeigte mit 13,9 Prozent nur einen Rückgang um 0,3 Prozentpunkte – und lag damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Zur Stabilisierung der Marge trugen auch bei Advanced Intermediates die erfolgreichen Einsparungen durch unser Maßnahmenpaket bei. 



Unser Segment Performance Chemicals spürte ebenfalls die Auswirkungen der Krise. Da dieser Bereich von den teils dramatischen Einbrüchen auf Seiten der Automobilzulieferer sowie der Leder- und Bauindustrie betroffen ist, spiegelte sich diese Entwicklung auch in den Kennzahlen wider. 


Im gesamten Segment mussten wir geringere Verkaufsvolumina hinnehmen, die insgesamt bei minus 21,3 Prozent lagen. Die Preise konnten wir im Segment fast stabil halten. Hier betrug der Rückgang lediglich 1,2 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen gab um 24,5 Prozent nach. Die geringeren Rohstoffkosten und ein positiver Währungseffekt konnten den geringen Preisverfall zwar deutlich kompensieren, die Ergebnisbelastung durch den Mengenverlust blieb aber bestehen. 


Insgesamt zeigten aber auch im Segment Performance Chemicals unsere konsequenten Einsparungen besonders im Zuge des flexiblen Anlagen- und Kostenmanagement sowie des Challenge-Programms ihre Wirkung: Wir konnten auch hier unsere EBITDA-Marge mit 11,9 Prozent im zweistelligen Bereich halten – sie lag damit 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.



Sehr geehrte Damen und Herren, 

an dieser Stelle möchte ich mit Ihnen noch gerne einen Blick darauf werfen, wie uns die Kapitalmärkte im letzten Jahr beurteilt haben. Kommen wir zuerst zum Eigenkapitalmarkt. 


Hier hat sich unsere Aktie 2009 sehr positiv entwickelt und mit einem Kursplus von 92 Prozent alle wesentlichen Indices übertroffen – von DAX, MDAX bis hin zum Dow Jones Stoxx 600 ChemicalsSM. Mit dieser Entwicklung konnte die LANXESS Aktie ihr Minus vom Vorjahr nicht nur ausgleichen sondern eine deutlich bessere Performance erzielen.


Unsere Aktionärsstruktur hat sich auch in der Finanz- und Wirtschaftskrise weitgehend stabil gezeigt. Wie schon in den vorangegangenen Jahren sind auch 2009 weiterhin überwiegend wert- und wachstumsorientierte institutionelle Investoren in der LANXESS Aktie investiert. In Deutschland konnten wir den Anteil institutioneller Investoren in 2009 sogar noch steigern von bisher 20 auf nun 24 Prozent. 


Unsere gute Aufstellung wurde auch im Fremdkapitalmarkt honoriert. So haben in 2009 alle drei führenden Rating-Agenturen Standard & Poor’s, Fitch Ratings und Moody’s ihre Investment-Grade-Ratings für LANXESS von BBB bzw. Baa2 mit jeweils stabilem Ausblick erneut bestätigt. Ich betone dies, weil es im Vergleich zu den meisten Wettbewerbern in der Chemieindustrie eine klare Ausnahme darstellt. Hier waren in den vergangenen 12 Monaten eher Herabstufungen die Regel; die Beibehaltung von Ratings dagegen eine klare Ausnahme.

 

Eine der Fragen, die mir Analysten oder Investoren in den Jahren 2007 und 2008 am häufigsten gestellt haben, war: „Wie wird LANXESS in einem zyklischen Downturn abschneiden“ ? Ich glaube, dass Ihnen die Übersicht zu den Finanzkennzahlen 2009 ein recht gutes Bild hierzu gibt. Natürlich waren auch wir stark durch den Nachfrageeinbruch in der Industrie betroffen, aber wir haben nun auch unter Beweis gestellt, wie wir als Unternehmen und als LANXESS Team weltweit abschneiden. Und als Finanzvorstand sage ich Ihnen daher, dass wir auf dieser Basis auch zuversichtlich nach vorne schauen.


Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.



Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation enthält bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der LANXESS AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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