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17. Mai 2010

Mit Chemie und Know-how gegen Arsen im Trinkwasser

LANXESS präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse auf internationalem Kongress in Taiwan

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Der Spezialchemie-Konzern LANXESS trägt mit vielfältigen Aktivitäten, mit Chemie und Know-how im Rahmen seiner Initiative „Wasserjahr 2010“ dieser überragenden Bedeutung des Wassers Rechnung. In diesem Zusammenhang steht auch der Beitrag des Unternehmens zum 3rd International Congress on Arsenic in the Environment, der vom 17.-21. Mai in Tainan, Taiwan, stattfindet. 


In seinem Kongressvortrag präsentiert der LANXESS-Chemiker Dr. Stefan Neumann, Manager Technical Marketing and Chemicals Purification der Business Unit Ion Exchange Resins, aktuelle Forschungsarbeiten mit einem neuen Hybrid-Adsorber für die Trinkwasserbehandlung. Die mit einem speziellen, nanoskaligen Eisenoxid modifizierten, kunststoffbasierten Anionenaustauscher vom Typ Lewatit FO 36 erlauben die hoch effiziente und selektive Entfernung von Arsen aus Trinkwasser. Dabei werden sowohl Arsenat- als auch Arsenit-Ionen kovalent an der Eisenoxid-Oberfläche verankert und so dem umgebenden Wasser entzogen. Die Produktentwicklung wurde 2008 erfolgreich abgeschlossen und die damit befassten Experten bereits im folgenden Jahr mit dem LANXESS-Innovationspreis in der Kategorie Ökologie ausgezeichnet. LANXESS ist einer der weltweit führenden Hersteller von Ionenaustauschern und erwartet besonders im Bereich der Wasseraufbereitung künftig überdurchschnittliches Wachstum.


„Wir haben in Taiwan ein technisches Konzept vorgestellt, um auch stark silikathaltiges Wasser von Arsen zu befreien. Dies war bisher nur eingeschränkt möglich“, erläutert Neumann eines der derzeitigen Forschungsgebiete. Außerdem konnte in Laborversuchen gezeigt werden, dass der Hybrid-Adsorber in Filterkartuschen gefüllt und – ähnlich wie handelsübliche Patronen zur Wasserenthärtung – dezentral im Haushalt oder unterwegs eingesetzt werden kann. Mit Hilfe einer einzigen Kartusche, die nur rund 0,1 Liter Adsorber enthielt, wurden so im Laufe von drei Monaten rund 1.200 Liter Wasser behandelt. Dabei ließ sich der Arsengehalt von etwa 100 ppb (100 Mikrogramm/Liter) auf unter 10 ppb reduzieren.


Lewatit FO 36 ermöglicht es in vielen Fällen, den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen und in zahlreichen Ländern bereits verbindlich festgelegten Grenzwert von 10 ppb Arsen im Trinkwasser zuverlässig einzuhalten. In Teilen der USA, Chiles oder Großbritanniens, aber auch in anderen Ländern treten im Grund- und Oberflächenwasser höhere Konzentrationen auf. Ursachen dafür sind überwiegend die Auswaschung natürlicher mineralischer Vorkommen und seltener anthropogene Einflüsse, etwa Abwässer aus Bergbau und Industrie. Arsen wirkt stark giftig auf höhere Organismen und den Menschen. Gerade bei lang andauernder Einwirkung treten Hautveränderungen und andere Gesundheitsschäden auf, bis hin zu Krebserkrankungen. Dennoch sind heute noch viele Millionen Menschen weltweit auf Trinkwasser angewiesen, das mehr als 50 ppb Arsen enthält. Dies ist unter anderem in Indien, China oder Bangladesch der Fall. 


In diesen Fällen kann der von LANXESS entwickelte Hybrid-Adsorber wirksam Abhilfe schaffen. Als staubfreies, fließfähiges Schüttgut mit einheitlicher Korngröße und guter mechanischer Stabilität ist das Produkt optimal auf die Anforderungen der industriellen Wasserbehandlung abgestimmt. Es kann nach Erreichen der Sättigungsgrenze mit Alkalilauge regeneriert werden und lässt sich auf diese Weise umweltschonend und kostengünstig viele Male verwenden. Derzeit wird mit Lewatit FO 36 bereits in insgesamt drei Anlagen in Italien und Deutschland Arsen aus Brunnenwasser entfernt. Das so aufbereitete Wasser steht danach mehreren Tausend Menschen als Trinkwasser zur Verfügung. 

 

Einen Überblick über Forschungsergebnisse und Feldtests rund um Lewatit FO 36 gibt ein aktueller Buchbeitrag, der in Kürze in Band 2 „Arsenic in the Environment“ (Arsen in der Umwelt) der Reihe „The Global Arsenic Problem: Challenges for Safe Water Production“ erscheinen wird. Diese mehrbändige Monographie widmet sich umfassend dem „schleichenden Gift“ Arsen und geeigneten Maßnahmen zu seiner Entfernung aus der Nahrungskette, insbesondere dem Trinkwasser.


Weitere technische Einzelheiten zu Lewatit FO 36 und seiner Verwendung zur Arsenentfernung aus Trinkwasser sind in einer Broschüre zusammengefasst, die im Internet unter www.lewatit.de zum Download bereitsteht.


Mit granulierten Eisenoxidhydroxiden der Reihe Bayoxide E33 bietet LANXESS, einer der weltweit führenden Hersteller von anorganischen Pigmenten, eine weitere, effektive Alternative zur Arsenentfernung aus Trinkwasser nach einem ähnlichen Wirkprinzip. In Verbindung mit einer Festbettadsorber-Technologie ist dieses Granulat bereits seit vielen Jahren weltweit erfolgreich im Einsatz. 

LANXESS ist ein führender Spezialchemie-Konzern, der 2009 einen Umsatz von 5,06 Milliarden Euro erzielte und aktuell rund 14.300 Mitarbeiter in 23 Ländern beschäftigt. Das Unternehmen ist an 42 Produktionsstandorten weltweit präsent. Das Kerngeschäft von LANXESS bilden Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Kunststoffen, Kautschuken, Zwischenprodukten und Spezialchemikalien. 



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Der Spezialchemie-Konzern LANXESS hat mit Lewatit FO36 ein Produkt entwickelt, das toxische Spurenverunreinigungen – insbesondere das giftige Halbmetall Arsen – sicher aus Trinkwasser entfernen kann. (Foto: LANXESS AG)

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