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19. September 2017

LANXESS entwickelt mit Partnern innovative Technologie für die Ledergerbung

  • Modulare Anlage zur nachhaltigen Gewinnung von Gerbstoffen aus Lederresten
  • Ressourceneffizienter Vor-Ort-Einsatz bei den Gerbereien
  • Gemeinschaftsprojekt mit Forschungsinstitut INVITE und Gerberei HELLER-LEDER
  • Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro
  • Förderung durch Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Offizielle Einweihung der Pilotanlage mit OB Uwe Richrath

Der Spezialchemie-Konzern LANXESS hat in einem Forschungsprojekt eine vollkommen neuartige Technologie zur Wiederverwertung von Resten in der Lederherstellung entwickelt. Unter dem Titel „Ressourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien“ (ReeL) hat der LANXESS-Geschäftsbereich für Leder-Chemikalien in Zusammenarbeit mit dem Leverkusener Forschungsinstitut INVITE eine modulare Pilotanlage konzipiert, um aus Falzspänen und Schnittresten, die bisher in der Regel entsorgt wurden, sowie aus pflanzlicher Biomasse Nachgerbstoffe der Marke „X-Biomer“ herzustellen. Die innovative Anlage kann in Gerbereien direkt an Ort und Stelle betrieben werden. Die Praxiserprobung soll nun bei dem dritten Projektpartner, der Gerberei HELLER-LEDER GmbH & Co. KG aus dem niedersächsischen Hehlen, erfolgen.

„Mit dem Projekt wollen wir aufzeigen, wie sich Produktionsreste bei der Lederherstellung direkt in der Gerberei verwerten lassen und dadurch das Nachhaltigkeitsprofil der Lederfertigung deutlich verbessert werden kann“, sagt Luis López-Remón, Leiter des Geschäftsbereichs für Leder-Chemikalien bei LANXESS. „Die gilt vor allem im Vergleich zur traditionellen Herstellung von Nachgerbstoffen, die bisher in zentralen Produktionsstandorten fernab der Gerbereien erfolgt.“

Vollständige Verwertung ohne Emissionen

Bei einer Gerberei mittlerer Größe fallen durch das Bearbeiten des Leders etwa ein bis zwei Tonnen Falzspäne pro Tag an. Mit einer von LANXESS geleasten Produktionsanlage könnte die Gerberei daraus direkt vor Ort eine vergleichbare Menge an flüssigem X-Biomer-Produkt zur Nachgerbung herstellen. Die Späne werden dabei zu hundert Prozent verwertet, es bleiben keinerlei Rückstände übrig und es werden keine Emissionen erzeugt. Das Ziel des Projektes ist es, dem Gerber X-Biomer etwa zu vergleichbaren Kosten wie beim Bezug herkömmlicher Nachgerbstoffe anbieten zu können.

Eine Gerberei könnte auf diese Weise einen Teil ihres Bedarfs an Nachgerbstoffen, wie sie LANXESS in seiner X-Biomer-Reihe anbietet, vollautomatisch und weitgehend selbstständig herstellen. „Das Projekt ist ein vielversprechender Schritt für ein noch nachhaltigeres Produktionskonzept“, erklärt Dietrich Tegtmeyer, Leiter des Projekts bei LANXESS. „Auf der einen Seite werden durch eine ‚Vor-Ort‘- und ‚Just in time‘-Produktion enorme Ressourcen in Logistik und Verpackung gespart, auf der anderen Seite muss ein Nebenprodukt wie Falzspäne nicht entsorgt werden, sondern dient als Rohstoff für die benötigte Nachgerbchemie.“

„Ich bin fasziniert von der Ingenieurskunst, die in dieser Pilotanlage steckt“, sagt Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath. „Auch mit dieser Produkt- und Anlagenneuheit wird Leverkusen seinem Ruf als Standort für industrielle Innovationen gerecht.“

Gefördertes Gemeinschaftsprojekt

Das Gemeinschaftsprojekt mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund fünf Millionen Euro wird nahezu zur Hälfte durch Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt und ist auf drei Jahre angesetzt. Es läuft seit 2016. Im ersten Schritt wurden bei LANXESS im Leverkusener Labor die Verfahren auf einen chemischen Recyclingprozess hin angepasst und optimiert. Für die Planung und den Bau der jetzt fertiggestellten Pilotanlage war hauptsächlich das Leverkusener Forschungsinstitut INVITE verantwortlich. „Diese Projektidee bedeutet für uns einen wesentlichen Schritt in Richtung eines breiteren Anwendungsspektrums“, sagt Armin Schweiger, Geschäftsführer von INVITE. „Wir sehen das ReeL-Projekt auch als einen deutlichen Technologieimpuls.“

Um das neuartige Produktionskonzept in einem dritten Schritt unter realen Bedingungen zu testen, soll die Anlage nach einigen Probedurchläufen zur Überprüfung der Mess- und Regeltechnik ab Oktober 2017 bei HELLER-LEDER in Betrieb gehen. „Mit diesem faszinierenden Projekt eröffnet sich eine weitere Möglichkeit unser schönes Produkt Leder noch nachhaltiger und ressourcenschonender als bisher herzustellen“, sagt Thomas Strebost, Geschäftsführender Gesellschafter der HELLER-LEDER GmbH & Co.KG.

Aus dem Labor in die wirtschaftliche Anwendung

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „r+Impuls – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Impulse für industrielle Ressourceneffizienz“ gefördert. Mit der Fördermaßnahme werden Projekte unterstützt, die innovative Technologien und Produkte aus dem Labor in die wirtschaftliche Anwendung bringen.

Nachhaltigkeit wird in der Branche immer bedeutender

Nachhaltigkeit ist für die Lederbranche inzwischen essentiell. LANXESS bietet daher innerhalb seines Programms „Sustainable Leather Management“ seinen Kunden aus der Lederindustrie innovative Technologien an, um die Herstellung nachhaltiger, ökologisch verträglicher Produkte und Verfahren zu unterstützen – ohne dabei Abstriche bei der Qualität zu machen.

Die Produkte des Unternehmens bringen messbare Vorteile hinsichtlich verminderter Emissionen bzw. einer reduzierten CO2-Bilanz, was letztlich dem Klimaschutz zugute kommt. Neben einer gesteigerten Effizienz in Produktion, Verarbeitung und Recycling wird ein noch verantwortungsvollerer Umgang mit dem Rohstoff und mit den Abfällen erreicht.

Der LANXESS-Geschäftsbereich für Leder-Chemikalien

Der Geschäftsbereich gehört zum LANXESS-Segment Performance Chemicals, das im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro erzielte. Der Geschäftsbereich ist weltweit aktiv und in sechs Ländern präsent. Er beschäftigt global rund 1.500 Mitarbeiter, davon mehr als 150 in Deutschland.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Mitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen einschließlich Annahmen, Erwartungen und Meinungen der Gesellschaft sowie der Wiedergabe von Annahmen und Meinungen Dritter. Verschiedene bekannte und unbekannte Risiken, Unsicherheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die Ergebnisse, die finanzielle Lage oder die wirtschaftliche Entwicklung von LANXESS AG erheblich von den hier ausdrücklich oder indirekt dargestellten Erwartungen abweicht. Die LANXESS AG übernimmt keine Gewähr dafür, dass die Annahmen, die diesen zukunftsgerichteten Aussagen zugrunde liegen, zutreffend sind und übernimmt keinerlei Verantwortung für die zukünftige Richtigkeit der in dieser Erklärung getroffenen Aussagen oder den tatsächlichen Eintritt der hier dargestellten zukünftigen Entwicklungen. Die LANXESS AG übernimmt keine Gewähr (weder direkt noch indirekt) für die hier genannten Informationen, Schätzungen, Zielerwartungen und Meinungen, und auf diese darf nicht vertraut werden. Die LANXESS AG übernimmt keine Verantwortung für etwaige Fehler, fehlende oder unrichtige Aussagen in dieser Mitteilung. Dementsprechend übernimmt auch kein Vertreter der LANXESS AG oder eines Konzernunternehmens oder eines ihrer jeweiligen Organe irgendeine Verantwortung, die aus der Verwendung dieses Dokuments direkt oder indirekt folgen könnte.

LANXESS ist ein führender Spezialchemie-Konzern, der 2016 einen Umsatz von 7,7 Milliarden Euro erzielte und aktuell rund 19.200 Mitarbeiter in 25 Ländern beschäftigt. Das Unternehmen ist derzeit an 75 Produktionsstandorten weltweit präsent. Das Kerngeschäft von LANXESS bilden Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von chemischen Zwischenprodukten, Additiven, Spezialchemikalien und Kunststoffen. Mit ARLANXEO, einem Gemeinschaftsunternehmen mit Saudi Aramco, ist LANXESS zudem führender Anbieter für synthetischen Kautschuk. LANXESS ist Mitglied in den führenden Nachhaltigkeitsindizes Dow Jones Sustainability Index (DJSI World) und FTSE4Good.

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